Bayern 2

radioWissen Kirchliche Friedensmission im Mittelalter

Darstellung: Ritter | Bild: colourbox.com

Mittwoch, 10.07.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Der Gottesfrieden
Die Anfänge der europäischen Friedensbewegung

Die Ritter
Gezähmte Gewalt

Das Kalenderblatt
10.7.1755
Lessings "Miss Sara Sampson“ uraufgeführt
Von Susi Weichselbaumer
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Gottesfrieden - Die Anfänge der europäischen Friedensbewegung
Autorin: Julia Devlin / Regie: Axel Wostry
Für Europäer der Gegenwart ist es eine Normalität, sich an Gesetze zu halten und sich auch auf Gesetze zu verlassen. Doch dies war nicht immer selbstverständlich. Europa im Hochmittelalter war wirr, unruhig, gesetzlos. Hatte Karl der Große das Frankenreich fest im Griff, so führten Thronstreitigkeiten nach seinem Tod zu einem Zerfall der staatlichen Institutionen, die bis dahin für Recht und Ordnung gesorgt hatten. In dieses Machtvakuum stießen lokale Burgherren, die mit ihrem bewaffneten Gefolge häufig ihre Umgebung terrorisierten. Es herrschte das Recht des Stärkeren. Um diese Willkürherrschaft einzudämmen, beriefen Bischöfe zusammen mit weltlichen Herrschern Versammlungen ein, auf denen eine Friedensordnung beschlossen wurde. Wehrlose Menschen sollten besser geschützt werden, an bestimmten Plätzen wie Kirchen und Friedhöfen und auch an bestimmten Wochentagen wurden Fehdehandlungen und Feindseligkeiten verboten. Wer dagegen verstieß, wurde mit Kirchenstrafen, aber auch mit weltlichen Sanktionen belegt. Den ersten Gottesfrieden bewirkte Bischof Wido im Jahre 975, und von Südfrankreich breitete sich diese Maßnahme bald in ganz Westeuropa aus. Eine frühe europäische Friedensbewegung, aus der sich der Landfriede, ein für alle Menschen verbindliches Friedensgebot entwickelte.

Die Ritter - Gezähmte Gewalt
Autor: Klaus Uhrig / Regie: Martin Trauner
Ritter sein, das bedeutet: ein Ehrenmann sein. Einer, der alle Unbewaffneten schützt - Witwen, Waisen, Priester. Ritter sein, das bedeutet aber auch: Kämpfen, Töten, Erobern. Ein Ritter ist ein Elitekrieger, der mit Rüstung, Pferd und Lanze ganze Heerscharen an schlechter ausgestatteten Kämpfern aufwiegen kann. Ein Meister im Handwerk des Krieges. Ein Widerspruch ist das nicht. Es ist vielmehr die Konsequenz aus der Entstehungsgeschichte des Rittertums. Denn es waren nicht etwa die mittelalterlichen Reiterkämpfer selbst, die sich dem Ehrenkodex des Rittertums unterwarfen. Diese Bewegung ging von der Kirche aus. Entsetzt von der Brutalität der damaligen Kämpfer ersann der Klerus eine Reihe von Regeln, die die ausufernde Gewalt zumindest ein wenig eindämmen sollten. Es war die Geburtsstunde eines Standes, der mehr sein sollte, als nur eine Krieger-Elite: einer der Stützpfeiler der abendländischen Zivilisation.

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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