Bayern 2

radioWissen Freistaat Bayern und Revolution

Kurt Eisner | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 05.11.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Kurt Eisner
Der vergessene Vater des Freistaates

Die Münchner Räterepublik
Bayern sozialistisch

Das Kalenderblatt
5.11.1935
Monopoly kommt auf den Markt
Von Carola Zinner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kurt Eisner - Der vergessene Vater des Freistaates
Autor und Regie: Ulrich Chaussy
Am 13. November 1918 endete die Monarchie in Bayern - ohne Blutvergießen, aber unrühmlich, wie der Historiker Dieter Albrecht schreibt. Die Regierung teilte König Ludwig III. mit, sie sehe keine Möglichkeit, die Umsturzbewegung im Land gewaltsam zu unterdrücken und riet ihm, die Hauptstadt zu verlassen. Der König folgte dem Rat. Am Anfang all dieser Ereignisse stand eine Friedensdemonstration in München am 7. November, organisiert von den sozialistischen Parteien. Sie fand großen Zulauf, weil die militärische Lage hoffnungslos und die Situation in der Heimat höchst prekär war. Nach der Kundgebung sammelten Kurt Eisner, der Führer der Unabhängigen Sozialisten und Ludwig Gandorfer vom linken Flügel des Bauernbundes radikal eingestellte Unabhängige Sozialdemokraten, Bauernbündler und dienstunwillige Soldaten um sich und konstituierten in einer großen Bierwirtschaft einen Arbeiter- und Soldatenrat. Das Landtagsgebäude wurde besetzt. Eisner erklärte vor der Räteversammlung, der König sei abgesetzt und Bayern fortan ein "freier Volksstaat". Wenig später war er Ministerpräsident, Bayern wurde aber trotzdem keine Räterepublik, obwohl Eisner und seine Freunde diese Staatsform favorisierten. Dennoch schrieb Eisner für den 12. Januar 1919 freie, gleiche und geheime Wahlen aus, bei denen erstmals auch Frauen zu den Urnen gehen durften. Eisner beziehungsweise seiner Partei, der USDP, nützte das gar nichts. Sie landete weit abgeschlagen auf dem letzten Platz, errang nur 3 der 180 Mandate. Eisner selbst fiel am Tag der Landtagseröffnung, dem 21. Februar 1919, auf dem Weg zum Parlament einem Mordanschlag zum Opfer.

Die Münchner Räterepublik - Bayern sozialistisch
Autorin: Yvonne Maier / Regie: Martin Trauner
Bayern: ein Hort von Konservatismus und Tradition? Vor rund 100 Jahren sah das für kurze Zeit ganz anders aus. Da war das Land vorne mit dran, bei der Revolution. Die Bayern waren die ersten, die ihren König vertrieben, die dann einen Freistaat ausriefen und nur ein paar Monate später sogar eine sozialistische Räterepublik. Um den Jahreswechsel 1918/1919 stellten einige Revolutionäre das alte Königreich Bayern auf den Kopf. Nach den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs sollte nun endlich alles besser werden, gerechter, friedlicher. Doch nicht allzu viele im Land konnten sich mit einer roten Revolution anfreunden; einer Revolution, die sich, zumindest von außen betrachtet, Russland als Vorbild nahm. Denn mit Schaudern blickte die Welt nach Osten, wo blutiger Bürgerkrieg herrschte. Der Widerstand der Revolutionsgegner war groß und am Ende erfolgreich: Nur wenige Wochen dauerte die Rätezeit in München. Sie wurde blutig niedergeschlagen, doch sie sollte Bayern für immer verändern.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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