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Bestimmtes nicht essen? Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Reizdarm

Es wird keine generelle Ernährungsumstellung bei der Diagnose Reizdarm empfohlen. Patienten sollten lediglich auf eine gesunde Ernährung achten aber können die sogenannte FODMAP-reduzierte Diät oder eine Glutenreduktion ausprobieren.

Von: Uli Hesse

Stand: 09.07.2019

Frau fass sich mit der rechten Hand an den Bauch. | Bild: picture-alliance/dpa

Bei nachgewiesener Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Milchzucker und Fruktose soll eine an diesem Zucker arme Kost verzehrt werden. Auch wenn solche bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgeschlossen worden sind, sollten Ärzte nachfragen, ob Patienten Beschwerden auf bestimmte Lebensmittel zurückführen. Sie können dann gezielt versuchen, diese wegzulassen. Nur, wenn die Weglass-Diät erfolgreich ist, sollte diese unter ärztlicher Mitbegleitung fortgeführt werden, um etwaige Mangelzustände zu vermeiden.

FODMAP-Diät

Reizdarm-Patienten kann sie helfen, bei Zöliakie richtet sie leider nichts aus: die sogenannte FODMAP-Diät. FODMAP steht für Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide And (und) Polyole. Diese fermentierbaren Kohlenhydrate werden im Dünndarm unter Umständen schlecht abgebaut. Gelangen sie in den Dickdarm, werden sie hier von Bakterien abgebaut: Es kommt zur Gasbildung mit Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen. Durch Weglassen von Lebensmitteln mit hohem FODMAP-Gehalt kann getestet werden, ob eine Empfindlichkeit vorliegt. Dazu gehören bestimmte Obst- und Gemüsesorten, Hülsenfrüchte, glutenhaltige Lebensmittel, manche Süßungsmittel und viele Milchprodukte.

Gluten reduzieren

Reizdarm-Patienten profitieren manchmal auch davon, versuchsweise weniger Gluten zu sich zu nehmen – unabhängig von einer nachgewiesenen Glutenunverträglichkeit. Durch Weglassen von Weizen beispielsweise essen sie automatisch weniger FODMAP-Lebensmittel. Wenn das hilft, kann man schrittweise einzelne Lebensmittel probeweise wiedereinführen.


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