Bayern 2


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Kulturpartner Bayern 2 Edwin Scharff Museum

Das Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm würdigt das Werk des Malers, Grafikers und Bildhauers Edwin Scharff. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und insbesondere Plastiken zeigen seinen Weg von den Anfängen bis zum Spätwerk auf. Neben der ständigen Kunstausstellung, gibt es auf den fast 1500 Quadratmetern wechselnde interaktive Ausstellungen für Kinder und Erwachsene, Mitmachzonen und Werkstätten.

Stand: 17.08.2018

Edwin Scharff Museum | Bild: Edwin Scharff Museum

Das 1999 erbaute und 2017 umgebaute, gut 1.400 Quadratmeter große Museum befindet sich mitten in Neu-Ulm am Petrusplatz. Grundstock des Hauses sind die Werke des Bildhauers und Grafikers Edwin Scharff, der 1887 in Neu-Ulm geboren wurde und zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zählt.

Kunst und mehr

Doch das Museum bietet mehr als Kunst: Im Zusammenhang mit den Ausstellungen eröffnet es reale und mentale Erlebnisräume, in denen Groß und Klein Ungewohntes erfahren und Neues erforschen können. Oder auch nur in Ruhe, mit oder ohne Anleitung nachdenken können. Mitmachen, Anfassen und Erleben ist gefragt im Kindermuseum, das jährlich wechselnde Ausstellungen präsentiert.

Edwin Scharff und die Klassische Moderne

Scharff studierte an der Münchner Akademie der Künste Malerei, begegnete bei seinem einjährigen Parisaufenthalt vor dem Ersten Weltkrieg namhaften Avantgardisten, gründete zusammen mit Paul Klee, Albert Weisgerber u.a. die Münchner Neue Sezession und lehrte ab 1923 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er an die Kunstakademie Düsseldorf versetzt, doch seine expressiven Figuren gefielen den Nazis nicht - 1937 wurde er als entarteter Künstler diffamiert. Nach dem Krieg war Scharff wieder gefragt: Er nahm teil auf der documenta 1 und 2 in Kassel.

Sonderausstellungen zur Klassischen Moderne

Die verschiedenen Stationen seines Lebens animierten Edwin Scharff zur Auseinandersetzung mit den prägenden Stilrichtungen seiner Zeit: Mit dem Impressionismus französischer und deutscher Provenienz, dem Expressionismus, dem Kubismus und schließlich mit der Abstraktion. In wechselnden Sonderausstellungen dokumentiert das Museum die Arbeiten seines Namensgebers im Kontext seiner Zeit und in der Auseinandersetzung mit seinen Zeitgenossen: Bildhauer wie Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Bernhard Heiliger, Gerhard Marcks und William Wauer, die expressionistischen Maler der Brücke und der sich zwischen Impressionismus und Jugendstil bewegenden Künstlergruppe Scholle.

Kontrastprogramm von Ernst Geitlinger

Kontur gewinnt das figürliche Schaffen von Edwin Scharff auch im Kontrast zu dem Maler und Professor der Münchner Kunstakademie Ernst Geitlinger (1895-1972). Anders als Scharff hat Geitlinger früh den Schritt zur Abstraktion gewagt - 50 Werke aus seinem Nachlass begleiten die ständige Präsentation von Scharffs Werk. 

Hör mal, wer da guckt: Eine Mitmachausstellung zum Hören, Sehen und Staunen vom 24. Februar 2018 bis 15. September 2019

Unsere Augen und Ohren sammeln unentwegt Bilder und Klänge. Was geschieht damit im Gehirn? Wie funktionieren Hören und Sehen? Ein Riesenohr, eine betretbare Mega-Schallwelle und ein Raum, in dem der eigene Schatten einem farbig begegnet, und viele weitere Stationen beantworten diese Fragen körperlich erfahrbar für Kinder von 5 bis ca. 12 Jahren.

Edwin Scharff Museum

Edwin Scharff Museum und Städtische Sammlungen Neu-Ulm
Petrusplatz 4,
89231 Neu-Ulm
Tel. 0731 - 70502520


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