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Nervös vor dem Abitur? So helfen Sie Ihrem Kind in der Prüfungszeit

Abitur, Gesellen- oder Aufnahmeprüfung kosten Nerven. Mit diesen sieben Tipps helfen Sie Ihrem Kind durch die anstrengende Zeit.

Stand: 04.05.2017

Ein Schüler geht auf dem Weg zum Prüfungsraum an einem Schild mit der Aufschrift "Abitur - Bitte Ruhe" vorbei. | Bild: picture-alliance/dpa

1. Unterstützen nicht aufdrängen

Die Klausurenzeit ist anstrengend - da kann man Unterstützung brauchen. Klaus Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologen hat lange als Schulpsychologe gearbeitet. Er rät Eltern ihre Hilfe anzubieten, sich aber nicht aufzudrängen: "Es hilft, wenn die Eltern da sind und sich Zeit nehmen. Das Abitur ist eine schwierige Zeit und der Druck wird immer größer, da brauchen Kinder die Unterstützung ihrer Eltern."

"Eltern sollten sich eher im Hintergrund halten und Ratschläge geben, sich aber nicht aufdrängen."

Klaus Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologen

2. Kein Lernmarathon vor der Prüfung

Wer den Lernstoff verinnerlichen will, sollte die Lerneinheiten über einen längeren Zeitraum verteilen. Lieber nur eine oder zwei Stunden am Tag statt einem Lernmarathon kurz vor der Prüfung. Ein Klausurenplan, den Eltern und Kind zusammen erstellen, erleichtert die Planung. In der Nacht vor der Prüfung noch zu lernen, kann sogar kontraproduktiv sein, denn wer nicht ausreichend schläft, ist am nächsten Tag müde und unkonzentriert.

3. Das Abi ist kein Eltern-Projekt

"Die Kinder haben die Verantwortung für die Prüfung – für den Erfolg oder das Scheitern, nicht die Eltern", sagt Klaus Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologen. Das bedeutet aber auch, dass Eltern sich nicht in alles einmischen und ihre eigenen Leistungserwartungen auf die Kinder übertragen.

"Eltern sollten nicht die eigenen Leistungserwartungen auf ihre Kinder übertragen. Manche Eltern wollen, dass ihre Kinder mehr erreichen müssen als sie selbst."

Klaus Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologen

4. Auszeit zwischen den Prüfungen

Nach einer Klausur ist eine Pause wichtig. Ein ganzer oder mindestens ein halber Tag ohne Lernen und Druck. Laden Sie Ihr Kind ins Kino ein oder machen Sie einen Spaziergang in der Natur - das macht den Kopf frei für die nächsten Prüfungen.

5. Atmen gegen die Angst

Nervosität vor einer Prüfung ist normal und kann sogar helfen, Kräfte zu mobilisieren. Wird daraus aber negativer Stress und die Angst zu groß, kann eher das Gegenteil passieren: Wir haben eine Blockade und das Leistungsvermögen sinkt. Eltern sollten deshalb auch nicht ständig nachfragen, ob ihr Kind vor der Prüfung nervös ist, sondern besser praktische Ratschläge anbieten.

"Es ist wichtig zu spüren, wann man den roten Faden verliert. Das kann man in einer Prüfung auch ruhig sagen, eine kurze Pause machen und dann weiter sprechen", sagt Seifried. Auch eine Atemübung vor der Klausur kann helfen Nervosität und Anspannung zu reduzieren. Klaus Seifried: "Für eine Minute die Augen schließen, tief aus- und einatmen und sich nur auf die Atmung konzentrieren. Danach sich selbst sagen: Ich schaff`das! Die Atemübung kann man auch während einer Klausur wiederholen, wenn man gerade nicht weiter weiß."

6. Keine Prüfung auf leeren Magen

Wer eine Prüfung vor sich hat, braucht Energie. "Ausreichender Schlaf, vor allem am letzten Tag vor der Prüfung und ein ausgewogenes Frühstück sind wichtig", empfiehlt Seifried. Dazu sollten Prüflinge nicht vergessen, Wasser zu trinken.

Wenn Sie Ihrem Kind ein Paket mit Snacks für die Klausur packen wollen, kaufen Sie nicht zu viele Süßigkeiten. Traubenzucker und Schokolade sorgen zwar für einen schnellen Energieschub, der aber leider schon nach kurzer Zeit wieder vorbei ist. Gegen Ende der Prüfung hilft das - in der Mitte einer fünfstündigen Klausur wirkt der Zucker eher kontraproduktiv. Besser: Vollkornprodukte, Gemüse und ein bisschen Obst.

7. Als Trainingspartner da sein

Prüfungen sind immer auch ein bisschen Übungssache. "Für mündliche Prüfungen sollte man vorab trainieren: Zentrale Stichpunkte und Schlüsselwörter notieren, den Vortrag einem Mitschüler oder den Eltern vortragen und die Zeit stoppen", sagt Seifried.

Wenn Ihr Kind sehr nervös ist, können Sie es auch durch Filmen unterstützen: "Sehr hilfreich ist es, diese Übung zu filmen. Mehrmaliges Wiederholen kann die Nervosität abbauen, ein Zeitgefühl und Sicherheit geben." So kann man sehen, wie man selbst in der Situation wirkt und an welchen Stellen die Präsentation noch verändert werden könnte.


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