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Der Anwalt der NPD Peter Richter im Profil

Er ist der Jurist, dem die Rechten vertrauen: Peter Richter, jung, glatt und clever. Rein äußerlich entspricht er nicht dem Klischee eines dumpfen Neonazis - und gehört doch zu den intellektuellen Köpfen der NPD. Welcher Mensch steckt in der Robe des Rechtsanwalts?

Von: Patrick Wiermer

Stand: 01.03.2016 | Archiv

Peter Richter | Bild: picture-alliance/dpa

Die Kanzlei von Peter Richter liegt am Stadtrand von Saarbrücken. Ganz unscheinbar, wären da nicht die neun großen Farbkleckse, die sich über die Fassade verteilen. Sie sind Spuren einer nächtlichen Attacke der Antifa. Geschehen ist das schon im März 2014, weggemacht hat die Flecken bislang aber niemand. Die NPD als ewiges Opfer von Diskriminierung, so soll man das vielleicht deuten. Für Peter Richter jedenfalls fast schon ein Lebensthema. 

"Es ist ein unscharfer Begriff der Diskriminierung und deswegen ist es halt immer besser, wenn man ihn nicht emotional, sondern rechtlich fasst und eben fragt: Wird hier wesentlich Gleiches ohne sachlichen Grund, ungleich behandelt."

Peter Richter, Anwalt der NPD

Richter, der Musterschüler

Äußerlich bietet der 30-Jährige dabei kaum Angriffsfläche. Sein jungenhafter Kurzhaarschnitt lässt ihn unschuldig wirken, vielleicht etwas schülerhaft. Und als Schüler war Richter ein Überflieger.

"Ich habe in der Schule eigentlich immer schon sehr intensiv mitgearbeitet, weil ich den Sinn des Unterrichts jetzt nie darin gesehen habe, sich einfach nur berieseln zu lassen, dann irgendwas mitzuschreiben und wieder heimzugehen, sondern dass man den Stoff aktiv miterlebt, aktiv mitgestaltet."

Peter Richter, Anwalt der NPD

Abitur mit 1,0

Die Noten sind herausragend, so richtig verstanden fühlt er sich während der Schulzeit von einigen Lehrern aber nicht. Sein Mentor wird dann auch jemand anderes: Peter Marx, bis 2014 Generalsekretär der NPD, führt Richter in die Partei. Schon zu Schulzeiten ein Problem. Etwa als ihm der saarländische Landtagspräsident den Preis für das beste Abitur im Fach Politik verweigert. Richter ist zutiefst gekränkt.

"Da habe ich mich einmal nicht gewehrt. Das passiert mir nicht mehr. Alles andere, was jetzt hier an Diskriminierungen kommt, das wird rigoros vor den Kadi gebracht."

Peter Richter, Anwalt der NPD

Wo ein Richter, da ein Kläger

Die Drohung macht er schon an der Uni wahr. Er klagt nach einer Kündigung erst gegen seinen Professor, dann gegen eine öffentliche Stiftung wegen eines Stipendiums. Es geht in seinen Prozessen oft um Details, die das große Ganze in Frage stellen.

"Da sehe ich schon auch irgendwo eine Möglichkeit für mich auch bei der Rechtsgestaltung mitzuhelfen. Also jetzt nicht nur irgendwelche Fälle, die schon zum 127. Mal geklärt sind und dann im Einzelfall neu durchzuspielen, sondern halt speziell Rechtsfelder zu beackern, die bisher eben völlig brachgelegen haben."

Peter Richter, Anwalt der NPD

Richter, der Rhetoriker

Aber natürlich gibt es auch den Politiker Peter Richter. Der sitzt in der Regionalversammlung, die vergleichbar mit dem Kreistag. Richter ist zwar dort kein Polterer, weiß aber die Bühne zu nutzen, sagt die Saarbrücker Linken-Politikerin Dagmar Trenz.

"Also mir ist seine Haushaltsrede vom letzten Jahr sehr sauer aufgestoßen, als er über Asylbewerber, Flüchtlinge gesprochen hat, und gemeint hat, sie kämen durch zig sichere Drittstaaten und hat es damit verglichen, dass sie hier in Deutschland ein 5-Sterne-Hotel suchen. Ich fand das menschenverachtend."

Dagmar Trenz, Die Linken

Zutiefst von sich überzeugt

In diesen Momenten wird aus dem vermeintlich Diskriminierten jemand, der mit vereinfachenden Parolen selbst diskriminiert. Jemand, der Richter bei seiner Ausbildung begleitet hat, sagt es so: Er hat nicht unbedingt die Fähigkeit, auch mal an sich selbst zu zweifeln. Deshalb ist Richter zwar ein handwerklich guter Anwalt, aber kein herausragender Jurist.


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