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Leitzins bleibt bei Null Prozent Europäische Zentralbank hält weiter Kurs

Der Leitzins bleibt unverändert bei Null Prozent. Die umstrittenen Anleihenkäufe werden vorerst nicht über März 2017 hinaus verlängert. Damit bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem derzeitigen geldpolitischen Kurs.

Von: Sebastian Hanisch

Stand: 08.09.2016

EZB-Gebäude | Bild: picture-alliance/dpa

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden. Der Leitzins bleibt bei Null Prozent. Außerdem gehe die EZB weiterhin davon aus, dass die Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau oder tiefer liegen werden, teilte die Notenbank heute mit.

Anleihenkäufe gehen unvermindert weiter

Außerdem bleibt die EZB bei ihrem bisherigen Kurs in Bezug auf die Anleihen-Käufe. Bereits jetzt pumpt die Notenbank Monat für Monat rund 80 Milliarden Euro in die Märkte durch den Kauf von Anleihen. Manche Anleger hatten darauf gehofft, dass die EZB das Programm über den bisher geplanten Zeitpunkt von März 2017 hinaus weiter verlängert. Vorerst macht sie das aber nicht. Die Börse reagierte verhalten auf die Entscheidung. Der DAX dreht leicht ins Minus.

Die Anleihenkäufe werden von vielen Experten kritisch gesehen. Bislang darf die Notenbank nur vergleichsweise sichere Anleihen kaufen, wie zum Beispiel deutsche Bundesanleihen. Gleichzeitig darf die Rendite der Anleihen aber nicht unter dem Einlagezinssatz liegen, das sind derzeit Minus 0,4 Prozent. Entsprechende Anleihen könnten knapp auf dem Markt werden.

Inflation soll angekurbelt werden

Mit ihren geldpolitischen Maßnahmen möchte die EZB vor allem die Teuerungsrate erhöhen, die derzeit nur bei 0,2 Prozent im Euroraum liegt. Das billige Geld kurbelt aber außerdem auch die stagnierende Wirtschaft in manchen südlichen Euro-Ländern an. Konjunkturpolitik ist aber eigentlich nicht Aufgabe der Zentralbank.

Banken geraten unter Druck

Obwohl die Banken eigentlich Nutznießer der EZB-Politik sind, weil sie zum Nulltarif an Geld kommen, mehrten sich auch schon vor der aktuellen Entscheidung kritische Stimmen aus dem Sektor. Felix Hufeld, Präsident der Bankenaufsicht Bafin, warnte, dass das "ewige Zinstief" die Ertragsbasis der Geldhäuser erodiere. Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber kritisierte, dass das "viele billige Geld" der EZB das angestrebte Ziel nicht erreiche.


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Drakoni, Freitag, 09.September 2016, 14:10 Uhr

1. Was bringt die angestrebte Infaltionsrate von 2% ?

Nur weil Herr Draghi Deflationsängste hat müssen alle darunter leiden?
Ist der Schaden langfristig nicht grösser? Enteignung über die Hintertür?
Handelt der EZB Chef verantwortungsvoll oder nur weil die Südländer drängende Reformen nicht hinbekommen?