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Weihnachten auf Swahili Festtagsmenü aus Tansania

In Tansania geht es an Festtagen, im Advent und an Weihnachten vor allem um Gemeinschaft: in der Kirche und mit Familie und Freunden. Gemeinsam zu beten und zu lachen ist den Menschen wichtiger als eine komplizierte Küche: aber Fleischgerichte gehören auf jeden Feiertagstisch.

Von: Monika Haas

Stand: 19.12.2018

Rogers Mtui ist mit Ende Dreißig aus seiner ostafrikanischen Heimat nach Deutschland gekommen, um hier seine Doktorarbeit in Evangelischer Theologie zu schreiben. In Tansania, einem der ärmsten Länder Afrikas, ist Weihnachten ein hoher Festtag.

In Rogers Heimat gibt es die größte evangelische-lutherische Gemeinde Afrikas.

Das gilt besonders für die Region Kilimandscharo, aus der er stammt: Hier lebt heute die weltweit zweitgrößte Gemeinde evangelisch-lutherischer Christen und sie wächst. Die evangelische Nordkirche Deutschlands unterstützt Schulen, Waisenhäuser und soziale Projekte auf dem Land und das Studium der Theologie. Nachdem er zuerst Lehrer für Physik und Chemie war, hat Rogers auch mehrere Jahre als Pastor gearbeitet und kennt sich gut aus mit Weihnachtsbräuchen.

Neue Kleider zu Weihnachten

Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest in Rogers Heimat.

Schon im Advent gehen die Gläubigen täglich in die Kirche, um sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Und anders als in Deutschland ist Weihnachten kein Anlass für Kindergeschenke. Aber weil im Dezember auch Taufen und Konfirmationen gefeiert werden, kaufen die Familien alljährlich zu Weihnachten neue Kleider, die dann in der Kirche getragen werden. Für die vielen Veranstaltungen in den Schulen und Gemeinden, proben Kinder und Erwachsene lange im Voraus Gesang und Tanz.

Roger feiert Weihnachten in Deutschland

Kochen hat Roger von seiner Mutter gelernt.

Jetzt forscht Rogers an der evangelischen Missionsakademie der Hamburger Universität. Hier stehen für ihn neben theologischen Seminaren auch Deutsch, Latein und Altgriechisch auf dem Stundenplan. Er setzt sich in seiner Doktorarbeit mit praktischen Fragen der evangelisch-lutherischen Theologie und Lehre auseinander. Das ist ihm so wichtig, dass er dafür noch drei Jahre getrennt von seiner Familie, Frau und Kindern in Deutschland leben wird.

Anders als die meisten Männer in Tansania hat Rogers schon als Kind  gelernt, selbst gerne zu kochen. Die Rezepte seiner Mutter machen ihm in Deutschland das Leben leichter; sie sind günstig, gesund, schnell zubereitet und sehr lecker. Ein Festtags-Dinner statt Weihnachten in der Heimat.

1. Frühstück und Beilage Mandazi

Kleine beliebte Hefeteilchen, die in Tansania zum Frühstück oder als Beilage gereicht werden.
Zutaten:

  • 1/2 Hefewürfel
  • 500 g Mehl
  • 4 Eier
  • 3 EL Zucker
  • 250 ml Wasser

Zubereitung Mandazi

Hefe im warmen Wasser verrühren, Eier aufschlagen und zugeben, verrühren, das Mehl und den Zucker hinzufügen und daraus einen weichen Hefeteig kneten. An einem warmen Platz abgedeckt gut 30 Minuten gehen lassen. Den fertigen Teig 2 cm dick ausrollen und in kleine Vierecke schneiden. Etwa 5 cm hoch Öl in einem Topf erhitzen, die Teigstückchen darin frittieren.

Mandazi schmecken am besten noch warm zu Chaitee beim Frühstück. Oder als Beilage zu Gerichten wie Bananen-Kokossauce.

2. Hauptgericht Pilau

Das Gericht mit Rindfleisch und Reis als Hauptbestandteil kam zuerst von arabischen und indischen Händlern an die Swahili-Küste. In Ostafrika ist Pilau das Festgericht für alle großen Feierlichkeiten, alle Gewürze wachsen auf  der Insel Sansibar vor der tansanischen Küste.


Zutaten:

  • 500 g Rindfleisch
  • 500 g Zwiebeln
  • 500 g Tomaten
  • 250 g Reis (am besten Basmati-Reis)
  • 8 -12 Knoblauchzehen
  • 2-3 EL Öl
  • 250 ml Wasser
  • Gewürze
  • 1 EL Salz
  • jeweils 10 - 30 g  Nelken, Kardamom (Kapseln oder Pulver), Zimtrinde (oder Pulver), Kreuzkümmel

Zubereitung Pilau mit Reis

Fleisch waschen, trocken tupfen, würfeln, in einen Topf mit Wasser geben und langsam gar kochen.
Zwiebeln schneiden und in einem großen Topf mit Öl erhitzen. Tomaten blanchieren, schälen und in schmale Scheiben schneiden. Zu den Zwiebeln geben und anbraten. Fleisch und Gewürze hinzugeben und alles unter Rühren mindestens 10 Minuten ziehen lassen.  Den Reis waschen und ungekocht zufügen. Alles vermengen, Wasser zufügen und dann bei schwacher Hitze entweder weiter auf dem Herd, besser noch im Backofen bei 175 Grad garen lassen, bis der Reis fertig ist.
Nach Belieben können auch Karotten, Erbsen oder Kokosmilch beigemengt werden.

3. Soße mit Kochbananen und Kokosmilch

Grundrezept für viele Kochbananen-Gerichte. Die grünen, also unreifen Früchte sind Grundnahrungsmittel in Tansania, alleine am Kilimandscharo wachsen 5 Sorten von Kochbananen, dazu gibt es noch Sorten für Süßspeisen, als Obst und zum Brauen von Bananenbier.



Zutaten:

  • 4 grüne Kochbananen
  • 500 g   Rindfleisch
  • 500 ml Wasser
  • 1/2 Dose Kokosmilch

Zubereitung der Soße

Rindfleisch waschen, trocken tupfen und würfeln. In einem Topf Wasser köcheln lassen, Fleisch hinzugeben und ziehen lassen. Kochbananen schälen, von harten Fasern und Druckstellen säubern. In 3-5cm große Stücke schneiden. Zum Fleisch geben, kurz aufkochen und weiter köcheln lassen. Eventuell Wasser oder etwas Fleischbrühe nachfüllen, am Ende mit Kokosmilch aufgießen. Lassen sich die  Bananen gut anstechen ohne auseinander zu fallen, ist die Sauce fertig.
Nach Belieben vor dem Servieren salzen und würzen, z.B. mit Pfeffer, Kumin oder frischem Koriander.

Roger mit seine Freunden in Deutschland

Und falls einmal mehr hungrige Gäste kommen als erwartet, empfiehlt Rogers zum Menü eine leckere fleischlose Beilage aus geriebenem Weißkraut, geschnittenen Tomaten und Zwiebeln. Alles in der Pfanne mit Öl erhitzen und würzen. Schnell fertig um gemeinsam zu essen und zu feiern.


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