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Prof. Dr. Stephan Herzig Intervallfasten: Gesund durch Hungern?

Fasten und hungern kann gut für unsere Gesundheit sein. Wie sieht so eine kontrollierte Hungertherapie aus und welche Erkenntnisse kann die Medizin für Stoffwechselerkrankungen daraus gewinnen?

Stand: 09.03.2020

Unser Stoffwechsel wird maßgeblich durch den Tag-Nacht Rhythmus und die damit verbundenen Essens- und Hungerzeiten bestimmt. Während unser Körper nach dem Essen versucht, alle Nährstoffe zu verwerten oder sie als Energie zu speichern, muss unser Organismus in Hungerperioden dafür sorgen, dass alle lebenswichtigen Organe weiterhin mit Energie versorgt werden. Das ist zum Beispiel während des Schlafens notwendig. Um die Versorgung des Körpers aufrecht zu erhalten, werden verschiedene Botenstoffe, sogenannte Hormone aktiv, die eine spezielle Umstellung unseres Stoffwechsels bewirken. Damit wird ebenso eine ausreichende Zuckerversorgung für das Gehirn sicher gestellt.

Erkenntnisse des Stoffwechsels durch Hungern

Welche molekularen Schalter sind nun für die Kontrolle des Hungerstoffwechsels in den einzelnen Organen, wie zum Beispiel der Leber oder dem Fettgewebe, verantwortlich? Dies ist wichtig, da Störungen der Botenstoffwirkung oder der molekularen Schalter mit schweren Stoffwechselkrankheiten, wie z.B. Übergewicht oder Diabetes, zusammenhängen.

Das Ziel dieser Forschung ist nun: die Steuerung des Hungerstoffwechsels auf genetischer und molekularer Ebene zu verstehen, um damit neue Ansatzpunkte nicht nur für das Verständnis der Entwicklung von Stoffwechselkrankheiten zu erhalten, sondern auch die Grundlage für eine „hunger-basierte“ Vorbeugung oder Therapie dieser Erkrankungen zu schaffen. Erste experimentelle und klinische Daten zeigen, dass eine kontrollierte „Hungertherapie“ in der Tat positive Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel nehmen kann.

Prof. Dr. Stephan Herzig

Prof. Dr. Stephan Herzig promovierte 1999 an der Universität Göttingen und forschte anschließend bis Ende 2003 als Postdoc am Salk Institut in La Jolla, CA. Ab 2004 baute er am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg eine unabhängige Nachwuchsgruppe auf. In Heidelberg wurde er 2010/2012 zum Abteilungsleiter und Full Professor des DKFZ und der Medizinischen Fakultät berufen. Seit Januar 2015 ist er Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs am Helmholtz Zentrum München und Lehrstuhlinhaber für Molekulare Stoffwechselkontrolle an der TU München.


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