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Meditieren und Rappen Wenn du nichts tust – mach es richtig

Einfach mal nichts zu tun ist für viele von uns gar nicht so einfach und oft haben wir dabei ein schlechtes Gewissen. Warum eigentlich? Lukas Mittermaier hat sich darüber viele Gedanken gemacht und die Balance gefunden: zwischen Tun und Nichtstun.

Von: Anette Orth

Stand: 12.06.2018

Lukas hat gerade sein Abitur an der Berufsoberschule in München bestanden. Er ist 23 Jahre – ein Alter, in dem andere schon den Bachelor, ein Auslandssemester und zig Praktika hinter sich haben.

Lukas hat einen anderen Lebensweg: nach der 10. Klasse Gymnasium hatte er keinen Bock mehr auf Schule, sondern Lust auf die Ausbildung zum Fachinformatiker. Die hat er abgeschlossen, aber die Arbeit im Bürostuhl war nichts für ihn. Also jobben als Dachdecker und Spengler und danach ein freiwilliges kulturelles Jahr am Bel Aqua Theater in Wasserburg.

"Alles, was ich gemacht habe, war zu diesem Zeitpunkt richtig für mich. Die BOS und das Abitur habe ich jetzt ganz bewusst gemacht. War ´ne richtig gute Zeit."

Lukas Mittermaier

Lukas Mittermaier alias Logges als Rapper

Rap bedeutet im Englischen ja eigentlich "Plauderei" oder "Unterhaltung". Die teils sehr aggressiven Texte, gespickt mit Schimpfwörtern, sind eigentlich nichts für Lukas. Aber das „sich Batteln“ mit Texten, die ne Botschaft haben: das liebt er. Deshalb steht Lukas als Rapper auf der Bühne, seine Songs schreibt er selbst.

"Ich möchte jetzt ein Jahr lang nur noch Musik machen. Und meditieren!"

Lukas Mittermaier

Zur Meditation hat Lukas über einen Freund und ein Buch gefunden: Eckhart Tolles "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart". Der Bestseller-Autor stammt ursprünglich aus Deutschland, lebt heute in Kanada. Berühmt wurde er mit seinen Gedanken über die Sorgen des Einzelnen zur Zukunft und der Vergangenheit. Vor allem aber die der Gegenwart. Erkennen, was alles in uns steckt und auf welchem Schatz jeder selbst sitzt – das ist eine von Lukas Lieblingspassagen aus dem Buch.

Bei Meditation denken viele an den unbequemen Schneidersitz, Daumen und Zeigefinger zum Kreis und "Ooooommm" Murmeln. Beim Meditieren macht man eigentlich: nichts! So das gängige Vorurteil. Meditieren bedeutet im Wortsinn nachdenken, überlegen und ist in vielen Religionen eine spirituelle Praxis. Für Anfänger gibt es sogenannte "geführte Meditationen": eine Anleitung bewusst zu atmen, den eigenen Körper zu spüren. Fortgeschrittene bekommen durch die Meditation "den Kopf frei", sie können quälende Gedanken annehmen, aber auch wieder gehen lassen. Ein befreiendes Glücksgefühl.

"Meditation bedeutet eigentlich nicht, dass man sich entspannt. Sondern, dass man sich konzentriert."

Lukas Mittermaier

Musik machen und Meditieren, letzteres am liebsten draußen in der Natur. Und jobben, weil er niemandem auf der Tasche liegen will. Das wird Lukas jetzt ein Jahr lang machen. Vielleicht mag er danach studieren. Vielleicht macht er aber auch ganz was anderes.

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Meditationsanleitungen. Am besten ihr probiert es einfach mal aus. Und findet euren eigenen Weg.


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