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Mit Dialog gegen Vorurteile Die Europäische Janusz Korczak-Akademie 

Die Europäische Janusz Korczak Akademie will durch jüdische Kulturbildung und interreligiösen und interkulturellen Dialog Berührungsängste zwischen Juden und Nichtjuden abbauen. Eines der Projekte: „Rent a Jew“. Campus Magazin spricht zu diesem Projekt mit der Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak-Akademie e.V. Eva Haller.

Stand: 27.12.2017

Eva Haller, Präsidentin Janusz Korczak Akademie | Bild: Eva Haller, ejka

Warum haben Sie Ihre Vortragsreihe "Rent a Jew" genannt?

Es handelt sich nicht um eine Vortragsreihe. Es ist eine Face to Face-Begegnung zwischen Personen. Wir haben festgestellt, dass viele niemals persönlich einem Juden begegnet sind und es gerade in diesem Personenkreis große Vorurteile gibt. Der Name "Rent a  Jew" ist bewusst provokant gewählt und wir hoffen damit Menschen zum Dialog zu bewegen. 

Was ist die  Grundphilosophie des Projektes?

Es soll zum Dialog gemäss Korczak's Pädagogik der Achtung und des Respekts anregen.

Wer bucht Ihre Begegnungen?

Buchen kann jeder. Hauptsächlich buchen Vereine, Schulen, Kirchen und Institutionen.

Wie häufig wird das Bildungsprojekt angefragt?

Unterschiedlich, je nach Ferienzeiten bundesweit.

Wie verhindert man, dass Menschen Vorurteile annehmen?

Durch das sich Kennenlernen und den persönlichen Kontakt.

Wodurch entstehen Vorurteile überhaupt?

Durch vorgefertigte, in die Welt gesetzte Lügengeschichten, fake News, aber auch Neid und Missgunst.

Wie kann man junge Menschen öffnen für Fragen rund ums Judentum?

Indem man sich kennenlernt und sich persönlich in einen Dialog einbringt.

Was ist jüdisch? Was israelisch?

Jüdisch ist Glaube und spirituelle Bindung an Religion und Kultur. z.B. bin ich Deutsche, jüdischen Glaubens. Israelisch ist Zugehörigkeit zum Staat Israel, indem die meisten jüdisch sind, aber nicht alle.

Welche anderen Bildungsprojekte gibt es in der Europäischen Korczak-Akademie?

YouthBridge, die "Lernreihe", Korczak's Pädagogik, und die Korczak Woche, Familien Projekte wie Mischpacha, Zimmes, interkulturelle Projekte wie Gescher, usw. Hierzu unser Jahresprogramm:

Warum heißt Ihr Bildungsprogramm eigentlich "Europäische" Akademie?

Wir haben drei Janusz Korczak-Häuser in Deutschland. Wir bieten aber europaweit unsere Projekte an und sind international vernetzt.

Was ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben bei Ihrer Bildungsarbeit?

Begegnungen mit anderen Kulturen und Religionen und die Nachhaltigkeit, Menschen in ihrer Gesinnung zu verändern und sie als Freunde zu gewinnen.

Eva Haller - zur Person:

Geboren in Rumänien, aufgewachsen in Wien. Studium des Journalismus und der Linguistik in New York, Brüssel und Tel Aviv und ehrenamtliche Tätigkeiten in Frankfurt, Düsseldorf und Krefeld. Schon in frühen Jahren entwickelte Eva Haller Interesse an Jugendarbeit und Austausch im interreligiösen und interkulturellen Bereich und der Arbeit in sozialer Entwicklung. Diese Erfahrungen prägten sie für ihr weiteres Leben. Hier schon wurde der Weg zu den Ideen von Janusz Korczak geebnet. Nach langjährigem Aufenthalt in Italien zog es Eva Haller 2006 nach München. Seit 2009 leitet sie ehrenamtlich die Europäische Janusz Korczak-Akademie e.V.

Infos zu Bildungsprojekten der jüdischen Gemeinde München und Oberbayern hier:

Infos zu jüdischen Gemeinden in Deutschland:

Interreligiöser Dialog


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