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Mit viel Phantasie Spielzeug aus Notzeiten

Womit spielten Kinder am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit danach? Das wollte das Spielzeugmuseum Nürnberg wissen und startete einen Aufruf. Die Resonanz war überwältigend ...

Stand: 13.06.2015 | Archiv

Am 2. Januar diesen Jahres, zum 70. Jahrestag der schlimmsten Bombardierung Nürnbergs, startete das Spielzeug Museum einen Aufruf: Gesucht wurde „Notspielzeug“. Spielzeug, mit dem Kinder in den Kriegs- und Nachkriegsjahren spielten. Spielsachen, die aus der Not entstanden sind, aus Schutt und Resten - aber dafür mit umso mehr Phantasie und Kreativität.

"Brummhilde" ist aus einem ganz besonderen Stoff - der Hose eines GI's

Auf Flohmärkten und Spielzeugbörsen war es nicht zu bekommen. Und im Museum rechnete man nicht unbedingt mit großem Rücklauf. Doch - die Resonanz war enorm, die Kriegskinder hüteten ihr Notspielzeug 70 Jahre lang wie ein Schatz.

Not macht erfinderisch

Schon 1943 durfte in Deutschland kein Spielzeug mehr produziert werden, die Fabriken mussten Munition herstellen. 1945 lagen die Städte in Trümmern, in den Jahren danach herrschte Hungersnot.

Abgeworfene Zusatztanks wurden zu Paddelbooten umfunktioniert

Doch Spielen war alles andere als zweitrangig. Aus der Not entstand ein ungeheuer kreativer Reichtum. Mit großem Einsatz entstanden selbstgebastelte Kostbarkeiten. Eine Spielstadt aus Pappmaché, ein Auto aus Brennholz, ein Puppenherd aus Flugzeugaluminium, ein Teddy aus einer „organisierten“ amerikanischen Militärhose. 

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Die Schätze der Kriegskinder und ihre spannenden Geschichten sind seit dem 26. Juni 2015 im Spielzeugmuseum Nürnberg zu sehen.


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