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Geniale Idee Stahlhäuser der Nachkriegszeit

Wenn die Tage langsam wieder kürzer werden, rückt für den Menschen sein gemütliches Heim mehr in den Mittelpunkt. Doch nicht jedem Haus ist es von außen anzusehen, wie gemütlich es doch innendrin ist…

Stand: 01.08.2015 | Archiv

Ins Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim schaffen es nur ganz besondere Gebäude: Alte Gebäude etwa oder romantisch-urfränkische Häuser. Eines das ein wenig aus dem Museumsgelände raussticht,  ist ein Haus aus einem ungewöhnlichem Material, nämlich Stahl.

Alexander Weih hat ein Stahlhaus geerbt und wohnt darin.

Zwischen 1946 – 1948 wurde es gebaut, als Prototyp. Acht mal zehn Meter, das Dach und alle Wandelemente sind aus Stahl. Hergestellt von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, der MAN. Die Wohnraumnot nach dem Kriege sollte so in ein bis zwei Tagen Aufbauzeit bekämpft werden. Ein praktisches Eigenheim, alle Installationen waren inclusive, auch Einbauschränke und –küche. Kosten: 18.000 DM aufwärts – je nach Ausführung.

Doch die Akzeptanz war nicht so wie erhofft:

"Von Beginn an hat das Stahlhaus schwer zu kämpfen wegen seines Materials in der Akzeptanz, also von Anfang an hat es polarisiert, entweder man hat es geliebt oder man hat es gehasst und die zeitgenössischen Baufachleute haben es immer gehasst und immer kein gutes Haar daran gelassen und das hat sich bei den potentiellen Kunden genauso eingebrannt, also das Haus ist immer in der Kritik gestanden. Und natürlich, sich an den Baustoff Stahl zu gewöhnen ist vielleicht auch schwierig."

Michael Scheffold, Hausforscher

Und so wurde das Stahlhaus ein Flop, sein Bau 1953 eingestellt. Inzwischen stehen alle bekannten MAN-Stahlhäuser unter Denkmalschutz. Dem Prototyp-Bau, der im Freilandmuseum Bad Windsheim steht, hat es gut getan, in die Hände von Hausexperten zu gelangen. Nun ist er ein liebevoll wieder aufgebautes Museumsstück, das wertgeschätzt wird…


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