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Wirtshaustipp Landhaus Gräfenthal im oberfränkischen Bindlach

Wirtshausexperte Wolfgang Schneider stellt das Landhaus Gräfenthal vor, das bereits seit mehreren Generationen Garant für gutes Essen ist. Es wurde im 19. Jahrhundert im oberfränkischen Bindlach erbaut.

Stand: 26.03.2018 | Archiv

Landhaus Gräfenthal im oberfränkischen Bindlach von außen | Bild: Wir in Bayern

Das Besondere an diesem Wirtshaus

"Schon über drei Generationen hinweg gilt das Landhaus Gräfenthal als feine Adresse für Menschen, die gutes Essen schätzen. Derzeit heißt der Küchenchef noch Helmut Lauterbach, doch schon im Sommer wird ihn sein Sohn Peter ablösen, der momentan noch in der Schweiz in der Sternegastronomie arbeitet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Landhaus erbaut und der Großvater des jetzigen Chefs hat es verstanden, sein Haus schon bald als Gastwirtschaft zu etablieren. Nebenbei hat er noch eine Landwirtschaft mit Ziegen und Schweinen betrieben sowie Kartoffeln angebaut. Im Laufe von nunmehr über 100 Jahren hat das Haus natürlich immer wieder sein Gesicht verändert. Der letzte Umbau fand 1989 statt, damals sind auch das große sogenannte Klavierzimmer und das Kirschbaumzimmer entstanden.

Am begehrtesten bei den Gästen ist jedoch die kleine Stube mit dem heimeligen Kachelofen und der umlaufenden Eckbank. Auch hier dominiert Holz, vorzugsweise Fichte und Zirbe. Insgesamt finden hier etwa 100 Gäste Platz, genau wie im Gastgarten vor dem Haus."

Die Küchenart

"Ganz bescheiden bezeichnet Lauterbach seine handwerklich perfekte Küche als 'bodenständig fränkisch, mit guten Produkten'. Das mag auf seine Wildgerichte, seine Sauerbraten, Gänse und Enten oder auf sein Schäufele zutreffen. Seine Leidenschaft aber sind die Küchen dieser Welt, die er in Asien, Afrika und den USA ausgiebig studiert und genossen hat. Gerichte und Zutaten aus verschiedenen Kulturkreisen zu kombinieren, das findet er spannend. Da er sich auch im gehobenen Bereich bewegt, gehören für ihn von Zeit zu Zeit Wolfsbarsch, Austern oder Hummer auf die Karte. Besonders wichtig sind ihm Vorspeisen, denn mit ihnen will er die 'Neugierde des Gastes wecken'. Als Beispiele nennt er hier das Kalbsbries mit Steinpilzen oder das Zitronenrisotto mit Cognac. Sein größtes Hobby sind Weine - so finden sich hier an die 70 Positionen auf der Karte."

Wolfgang Schneiders Vorspeise

"Eine durchaus außergewöhnliche Kombination, nämlich eine warme Räucherforelle auf Rahmsauerkraut mit Rote Bete-Meerrettichvinaigrette. Der Fisch wird - Asien lässt grüßen - in dünnen Frühlingsrollenteig gepackt und dann in der Pfanne herausgebacken. Für das Fasssauerkraut werden Karotten und Zwiebeln karamellisiert, abgelöscht wird mit Weißwein und Gemüsebrühe. Heraus kommt nicht nur ein toller Fisch mit den Texturen saftig-weich und knackig-resch, sondern auch ein schmackhafter, süßsaurer, scharfer Kontrast zwischen Kraut und Vinaigrette. Diese Vorspeise hat mir wirklich sehr gut geschmeckt."

Wolfgang Schneiders Hauptspeise

"Sehr gut geschmeckt haben mir auch die gebratenen Kalbsleberscheiben, klassisch kombiniert mit Apfel, in diesem Fall mit Apfelchutney aus Apfelstückchen, Wein, Apfelsaft und Zucker. Die intensive Balsamicosoße war mit Kalbsjus abgebunden. Dazu, ganz fränkisch, Karoffelbaggers und Gemüse."

Preise

"Die Vorspeise kostet 10,50 Euro, die Hauptspeise 19,50 Euro. Weitere Hauptspeisen liegen preislich zwischen 14 und 28 Euro. Den Hausschoppen gibt es für 5 Euro."

Öffnungszeiten

  • Mittwoch bis Sonntag: 11.30 - 14.00 Uhr und ab 16.30 Uhr
  • Montag: ab 17.00 Uhr geöffnet
  • Dienstag: Ruhetag
  • Während der Festspielzeit auch am Dienstag ab 17.00 Uhr geöffnet.

Dieses Wirtshaus ist barrierefrei.

Adresse

Landhaus Gräfenthal
Obergräfenthal 7
95463 Bindlach
Tel: 09208-289
Fax: 09208-57174
E-Mail: landhaus-graefenthal@t-online.de
www.landhaus-graefenthal.de

Anreise

Von München aus sind es etwa 250 km, von Nürnberg ca. 100 km.

Freizeittipp

"Fahren Sie in das etwa 10 km entfernte Bindlach und sehen Sie sich dort die barocke Bartholomäuskirche an. Aus Sandstein gebaut, gilt sie als eine der schönsten Markgrafenkirchen Oberfrankens und wird heuer 250 Jahre alt. Ursprünglich war es eine gotische Hallenkirche, von der jedoch nur mehr eine Engelsfigur an der Turmsüdseite übrig geblieben ist, die auf einem Spruchband die Jahreszahl 1464 trägt. Der reich geschmückte Innenraum der Kirche hat mit seiner umlaufenden Doppelempore und den ionischen Säulen die Anmutung eines lichten, weiten Festsaales. Die Stuckdecke ist reich verziert, das bunte Deckengemälde zeigt die Himmelfahrt Jesu. Blickfang ist jedoch der Kanzelaltar, typisch für alle Markgrafenkirchen. Er symbolisiert die Unauflöslichkeit zwischen Gottes Wort und Jesu Sakrament, also zwischen der Heiligen Schrift und dem Heiligen Abendmahl."


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