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Neue Wege für den Strom Energiespeicher

Wie können wir in Zukunft Strom aus erneuerbaren Energien nicht nur erzeugen, sondern auch speichern? Dieser Frage ist Filmautorin Natalie Schädler nachgegangen. Sie hat sich kleine Konzepte bei Selbstversorgern, aber auch große Lösungen angesehen.

Stand: 05.01.2017 | Archiv

Ein Film von Natalie Schädler

Immer mehr Menschen installieren Photovoltaik-Anlagen auf ihrem Dach, um sich günstig mit Energie zu versorgen. Nur, Photovoltaik-Anlagen produzieren dann am meisten Strom, wenn normalerweise wenig davon gebraucht wird – zur Mittagszeit. Nach Feierabend, wenn Fernseher und Waschmaschine laufen, haben die Solaranlagen auf dem Dach längst ihren Dienst eingestellt. Deswegen speichern immer mehr ihre erzeugte Energie mit einer Batterie. Damit können sie bis zu 70 Prozent des Solarstroms nutzen.

Unabhängig von Stromkonzernen

Rosa Feilmeier betreibt zusammen mit ihrem Mann einen Futtermittelbetrieb in Edlham bei Vilshofen.

Josef Feilmeier möchte in Zukunft 100 Prozent seines Bedarfs mit selbst produziertem Strom decken können. Mit seiner Frau Rosa betreibt er nahe Vilshofen eine Futtermittelfirma. Den ehemals landwirtschaftlichen Hof seiner Eltern baute er nach und nach zu einem Betrieb um, der seinen Vorstellungen von einem gesunden Leben entspricht. Dazu gehört für ihn auch, unabhängig von Stromkonzernen zu sein. Dafür hat er lange herumgetüftelt, auch mit seinen Söhnen, die sich mit der Entwicklung von Speichersystemen selbstständig gemacht haben.

Aus Strom wird speicherbares Gas

Michael Sterner ist Professor für Energiespeicher an der Hochschule Regensburg.

Strom nicht nur im Kleinen, sondern auch langfristig und wirtschaftlich in großen Mengen zu speichern, dafür gibt es ganz unterschiedliche Konzepte. Eines ist derzeit realisierbar und bereits umgesetzt: das Verfahren Power-to-Gas; dabei wird überschüssiger Strom in Gas gewandelt, um ihn so speichern zu können. Die Chemikerin Doris Schmack hat in Schwandorf das Verfahren weiterentwickelt. Sie nutzt Elektrolyse und Methanbakterien, um flexibel und günstig auf den schwankenden Strom aus Wind und Sonne reagieren zu können. Das erzeugte Gas kann direkt ins Erdgasnetz eingespeist oder zwischengespeichert werden. Die Idee für Power-to-Gas tüftelte Michael Sterner, Professor für Energiespeicher in Regensburg, mit seinem Kollegen aus. Die Anregung dazu fand er im Wald: "Der Wald ist Bayerns größter Speicher für Sonnenenergie und CO2. Und das Speichern macht er fast umsonst."


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