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Sabrina unterwegs Fichte und Kiefer im Winter ernten

Im Winter ernten? Das geht! Sabrina Nitsche ist heute zu Gast in der Gärtnerei von Evi Gampl bei Bad Aibling. Hier wachsen allerlei immergrüne heimische und exotische Gehölze. Und auf einige davon haben es die beiden Gärtnerinnen abgesehen…

Stand: 06.02.2019

Fichte und Kiefer im Winter ernten | Bild: BR

Fichtenspiritus

Los geht’s mit der Fichte. Von ihr schneiden die beiden Gärtnerinnen die Spitzen. Im Mai, zum Austrieb, ist die Heilkraft zwar am größten. Aber auch jetzt im Winter steckt noch einiges in den Zweigen. Aus den Fichtenspitzen stellt Evi Gampl Fichtenspiritus her. Der Fichtenspiritus wird zum Einreiben verwendet, er kann Verspannungen lösen und die Durchblutung fördern.

Und so geht Evi Gampl beim Herstellen des Fichtenspiritus vor:
Ein weithalsiges Glas wird mit Fichtentrieben oder jungen Fichtennadeln locker befüllt. Mit einem hochprozentigen Alkohol (60 – 70 %) auffüllen, 3 Wochen an der Sonne stehen lassen, abseihen und in dunkle Flaschen füllen.

Kiefernsalbe

Nächste Station: eine Kiefer. Nimmt die Rinde der Kiefer durch äußere Einflüsse Schaden, versucht der Baum, die Wunde mit Harz zu verschließen. Und das ist bei einem Exemplar auf Evi Gampls Grundstück passiert. Den Baum extra für die Harzernte zu verletzen, kommt für die Gärtnerin nicht infrage.

Wichtig bei der Ernte: keine scharfen Gegenstände verwenden, damit die Rinde der Kiefer nicht noch mehr verletzt wird. Sabrina und Evi haben sich aus Zweigen kleine Schaber geschnitzt, mit denen sie das Harz vorsichtig entfernen. Vor dem Verarbeiten sollte das Harz ein Jahr an einem luftigen Platz trocknen. Es lohnt sich daher, einen kleinen Vorrat anzulegen. Das Harz ist Zutat für eine Salbe, die Evi Gampl bei Erkältungskrankheiten verwendet. Sie schmiert es beispielsweise unter die Nase, auf die Brust oder an die Schläfen.

Und so geht Evi Gampl beim Herstellen der Salbe vor:
Ein haselnussgroßes, gereinigtes Harzstück schmelzen und mit etwa 10 g Bienenwachs gut verrühren. Dann 10 EL Kräuteröl – etwa Johnanniskrautöl oder Ringelblumenöl – erwärmen und tropfenweise einrühren. Darauf achten, dass die Temperaturen der beiden Flüssigkeiten möglichst gleich sind. Dann abfüllen und kühl aufbewahren. Nach Evi Gampls Erfahrung hält die Salbe im Kühlschrank problemlos ein Jahr.

Kontakt:

Evi Gampl
Zeller Weg 4
83043 Bad Aibling – Harthausen

Telefon: 08061 1585