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Der Glockenmacher 3 Millimeter dick und 1 Meter lang

Wenn der Rinchnacher Glockensammler Herbert Katzendobler seine alten Glocken für das Wolfauslassen nicht zur Verfügung stellt, dann müssen eben neue gemacht werden. Dafür ist Roland Trum da. Er ist Spengler - und Glockenmacher.

Von: Claudia Erl

Stand: 03.11.2012 | Archiv

Glockenmacher von Rinchnach | Bild: BR

Roland Trum weiß, wie so eine riesige Glocke hergestellt wird. "Entscheidend für den Klang von einer Glocke ist die Blechdicke", sagt er.

Drei Millimeter, das findet er das beste Maß - zumindest bis zu einer Glockengröße von einem Meter. Die Arbeitsschritte sind jedoch immer dieselben: Aus dem Blech schneidet er die typische regionale Glockenform aus, dann wird dieser Rohling eingespannt und gebogen.

Spengler und Glockenmacher Roland Trum

Auffallend flach sind die großen Glocken der "Wolferer". Auch das hat was mit der Klangfarbe zu tun. "Mir wollen's eigentlich dumpf und wild - und deswegen wird die Glocke jetzt nur noch flachgebogen. Das erfüllt den Zweck, den wir wollen", erklärt Roland Trum. Geschmiedet wird dann nur noch der Klöppel.

Eine riesige Glocke

Die Rekordglocke: Einen Meter lang und 50 Kilo schwer

Experimentierfreudig ist Roland Trum trotz der simplen Glockenform: Er hat die wohl größte Glocke in Rinchnach gebaut: Einen Meter lang und gut 50 Kilo schwer ist sie. Tragbar ist sie allerdings nicht wirklich: Nach einer dreiviertel war zumindest ihr Erbauer körperlich am Ende - geplagt von gemeinen Kreuzschmerzen.

Riemenmacher Franz Wenig

Die Erkenntnis ist klar. "Die gheart verrammt. De is z'groaß." Da nutzen auch die robusten Riemen von Franz Wenig nichts, der diese ebenfalls in Handarbeit für die Rinchnacher "Wölfe" herstellt.


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