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Die Läutproben Gemeinsam und immer schneller

Und dann ist es endlich soweit: Tobias Ranzinger darf zum ersten Mal mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Ohren hören, was das "Woifauslassen" ausmacht. Er fährt nach Unterasberg. Und der Moderator ahnt noch nicht, was ihm gleich blüht...

Von: Claudia Erl

Stand: 03.11.2012 | Archiv

Läutprobe in Rinchnach | Bild: BR

Dort werden bereits die breiten Riemen um die Hüften der Männer geschnallt, damit die riesigen Glocken richtig sitzen. Und die sind wahrlich gigantisch: Den Männern reichen sie von der Hüfte bis über die Knie. Und auch das Gewicht der Glocken ist nicht ohne: An die 25 Kilo wiegen sie schon.

Von "Nachwuchswolferern", "Hirten" & Getöse

In Unterasberg ist ein besonders "taktvoller Wolf" zuhause

Einem "Wolf" gehören nicht nur die ausgewachsenen Mannsbilder an. Auch jede Menge Buben haben sich Glocken umgeschnallt. Der Ehrgeiz ist bei ihnen jedoch nicht geringer. Das merkt der laVita-Moderator ganz deutlich bei der Probe, der er beiwohnen darf.

Diszipliniert geht es zu, bei der Läutprobe

In einer langen Reihe stehen die gut 30 Unterasberger "Wolferer" von groß bis klein und vorne dran gibt der so genannte "Hirte" - bei den Unterasbergern ist das Erich Raith - den Takt an. Tobias Ranzinger ist schon jetzt beeindruckt: Was für ein Getöse! Und später werden dann über 500 solcher Glocken erklingen!

Der Selbstversuch

laVita-Moderator Tobias Ranzinger versucht sich beim Läuten  | Bild: BR zur Bildergalerie Atemlos nach 5 Minuten Tobias Ranzinger versucht sich im Läuten

Die großen Glocken der "Wolferer" üben auf Tobias Ranzinger einen besonderen Reiz aus. Er will selbst mal probieren! Doch er kommt nicht nur ins Staunen, als er das Gewicht der Glocke spürt, sondern auch schnell außer Atem. [mehr]

Das reizt den Moderator: Probieren würde er das Läuten schon gerne einmal. Der zweite Bürgermeister von Rinchnach, Markus Kurz, zögert nicht lange und schnallt seine Glocke ab. Etwas mulmig erkundigt sich Tobias Ranzinger noch nach dem Gewicht der Glocke. "20 Kilo. Kein Problem für Dich. Du bist sportlich, oder?" entgegnet ihm der Unterasberger "Wolferer" etwas schmunzelnd. Doch dann gibt es keine Schonfrist mehr "Einfach wippen", lautet das Kommando - und der erste Kommentar ist unerbittlich. "Sehr gut, aber der Takt geht noch ab - also der Rhythmus", sagt Markus Kurz. Und schon beginnt Lektion zwei: Gemeinsam läuten und im immer schneller werdenden Rhythmus. Das Ergebnis nach vielleicht fünf  Minuten: Ein schnaufender Tobias Ranzinger und Applaus von den "Wolferern".

Die Stärke im Takthalten

Erich Raith gibt in Unterasberg als Hirt den Takt an

"Respekt - wie viele Stunden macht ihr das am Stück?" fragt der Moderator. "A paar Stund lang", lautet die lapidare Antwort des Hirten Erich. Doch es ist nicht die Lautstärke oder die Ausdauer, die genau den Unterasberger "Wolf" ausmacht. Das genaue Takthalten ist hier die Stärke. Tobias Ranzinger hat nun nach dem Praxistest einiges kapiert. Auch, warum dem "Woifauslassn" auch eine gewisse Erotik nachgesagt wird…


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