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Auflösung! Das Bergrätsel im Mai

So langsam kommt wieder Leben in die alpine Natur. Soldanellen, Leberblümchen und Schlüsselblumen setzen Farbtupfer, Bären und Murmeltiere wachen auf – doch es gibt auch echte Langschläfer … Hier finden Sie die Auflösung des April-Bergrätsels.

Author: Andrea Zinnecker

Published at: 16-5-2024

Illustration: Berge, Schriftzug - Bergrätsel | Bild: BR

Gott ist groß. Der Berg auch. Dieser aber nicht. Seine Höhe beträgt nur 76 Meter. Aber er hat eine „Schöne Aussicht“ über die Kreativstadt ohne Sorgen, und einen herrlichen Park mit markanten Sichtachsen, den Lenné der Jüngere gestaltet hat. Also nicht Linné, sondern Lenné, der Gartenkünstler und General-Gartendirektor.

Neben der Schönen Aussicht steht ein Tempel für Pomona, die römische Göttin des Obstsegens. Lateinisch „pomum“, die Baumfrucht. Pomus, Obst oder auch Apfel. Oder Pomeranze, die Bitterorange mit ihren zartroten Wangen. Landpomeranzen haben diesen Berg in den letzten 150 Jahren aber nur selten bestiegen - im Gegensatz zu schönen Schäferinnen. Den Tempel hat übrigens ein 19-Jähriger erbaut, der später ein berühmter Architekt des Historismus wurde, mit einer Schinken-Schule aber nichts zu tun hat. Schinken gab’s vielleicht zum Picknick auf diesem Berg, der auch ein Weinberg war.

Auch in der Vulkanregion Vogelsberg gibt es einen Berg, der so heißt wie der Gesuchte: mitten im größten geschlossenen Basalt-Gebiet Europas, immerhin an die 800 Meter hoch. Auf halber Höhe liegt da ein Apfelberg, womit wir wieder beim Pomus wären - und einen Himmelsberg gibt es auch. Das passt zum Fest der Kommunikation, das wiederum mit dem gesuchten Berg in Verbindung steht.

Noch einmal zurück zu den Landpomeranzen: Zwischen 1683 und 1863 durften sie den Berg besteigen, weil er damals noch Eichberg hieß und die arme Bevölkerung aus dem Wald kostenfrei Holz für den Hausbau entnehmen durfte. Später wurde der Eichberg umbenannt in Judenberg, wegen des Jüdischen Friedhofs am Südabhang. Der heutige Name hat mit einer berühmten Königin zu tun. Sie soll auf dem Gipfel gespeist haben, an einem speziellen Festtag - und exakt diesen Festtags-Namen trägt nun der Berg. In memoria regina.

Auflösung:

Gesucht war der nur 76 Meter hohe Pfingstberg bei Potsdam.

Das nächste Bergrätsel gibt es am 1. Juni.


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