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Zwölfuhrläuten Würzburg-Versbach in Unterfranken

Im Mittelalter stand an der Stelle der heutigen Versbacher Pfarrkirche eine schlichte Kapelle. Sie war bereits Jakobus dem Älteren geweiht. Die eigentliche Pfarrkirche war St. Stephanus. Ein arg geplagtes Bauwerk, das oft unter Hochwasser litt.

Von: Regina Fanderl

Stand: 28.04.2019 | Archiv

Als es gar zu unwirtlich wurde, lief ihr St. Jakob den Rang ab. Freilich war die neue Pfarrkirche zu klein, und so musste sie Mitte des 18. Jahrhunderts einer Barockkirche weichen - die 150 Jahre später das gleiche Schicksal traf! Auch sie war zu klein geworden für die kräftig wachsende Gemeinde Versbach. Zwei Weltkriege und ständiger Geldmangel gewährten ihr allerdings eine gewisse Schonfrist. Erst 1962 kamen die Abrissbirnen zum Einsatz, so dass der Würzburger Architekt Lothar Schlör den ersehnten Neubau im Stil der Nachkriegsmoderne verwirklichen konnte.

Mit Bronzehülle ummantelter Altar

Über einem trapezförmigen Grundriss erhebt sich ein riesiger Saalbau mit Satteldach und schräger Traufe. Der Eingangsgiebel mit dem großen Rundfenster wird flankiert von zwei romanischen Portalen des Vorgängerbaus. Auch die alten Heiligenfiguren fügen sich trefflich ein ins unverputzte Kalksteinmauerwerk.
Ganz der damals aktuellen Liturgiereform entspricht der von einer Bronzehülle ummantelte Altar. Er besteht aus einem massiven Steinquader, darin eingelassen die Reliquien der Heiligen Bonifatius, Innozenz und Gaudentius.
Das bronzene Hänge-Kreuz ist mit einem überdimensionalen Radleuchter verbunden. Er dient mit seinen zwölf Lichtern auch der Beleuchtung des Altarraumes, der sein Licht ansonsten nur durch 26 farbig gestaltete Seitenfenster in der Südwand der Apsis bezieht.

Vier Glocken aus vier Epochen

Der freistehende Campanile ist ein einziger, 42 Meter hoher Spitzhelm auf niedrigem Sockel. Aus vier Schallöffnungen ist das Geläut der vier Glocken aus verschiedenen Epochen zu hören.


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