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Zwölfuhrläuten Burggrumbach in Unterfranken

Eine Burg am Grünen Bach, darauf führen die Burggrumbacher ihren Ortsnamen zurück. Und tatsächlich: der Wasserlauf unten im Tal ist von Bäumen und Büschen gesäumt und auf der Anhöhe darüber thront eine Burganlage.

Von: Barbara Markus

Stand: 02.06.2013 | Archiv

Auch in ihren Resten beeindruckt sie noch: einem  tiefen Graben und einem großen, dreigeschossigen Wohngebäude aus dem Mittelalter.

Pfarrer ist zugleich Burgherr

Zwar ist der Bergfried verschwunden, dafür steht aber seit 1690 ein Pfarrhaus hinter dem mächtigen Mauerring. Bis heute ist der jeweilige katholische Pfarrer von Burggrumbach gleichzeitig Burgherr. Das ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen, zum Teil kriegerisch ausgetragenen Ringens des fränkischen Adels um Unabhängigkeit. Sie gipfelt in der Ermordung eines Würzburger Fürstbischofs durch Wilhelm von Grumbach, der dafür 1567 in Gotha gevierteilt wird. Damit war das Schicksal der weitverzweigten Familie besiegelt. Auch in Burggrumbach fallen ihre Besitzungen nun an den Fürstbischof als Hüter weltlicher Gewalt und des katholischen Glaubens in einer Person.

Fürstbischof Julius Echter

Einer der diese Rolle in der Zeit der Reformation gegen Abtrünnige und Andersgläubige rigoros wahrnimmt, steht Pate für die Kirche, die nun jenseits des Grabens - aber auf gleicher Augenhöhe mit der Burg entsteht: Fürstbischof Julius Echter. Und so trägt auch der Kirchturm von Burggrumbach den hoch aufragenden, schieferbedeckten Spitzhelm als Zeichen seiner Regentschaft. Doch sonst hat sich vieles verändert: Neugotische Altäre aus dem 19. Jahrhundert prägen die Ausstattung und nach einer Erweiterung des Kirchenschiffs ist der Chorraum zur Seitenkapelle geworden: der Hauptaltar steht jetzt vor der rechten Seitenwand.

Vier Glocken hat die Kirche, die vor nunmehr 400 Jahren dem Heiligen Martin geweiht wurde.


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