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Zwölfuhrläuten Aschaffenburg in Unterfranken

Den Namen verdankt die Kirche ihrer Lage an einem alten Stadttor zur Sandgasse, das heute die südliche Eingangspforte zur Fußgängerzone von Aschaffenburg bildet. Ihre Bedeutung bezieht die Sandkirche jedoch von einem Gnadenbild, das sie noch immer zur vielbesuchten Votivkirche macht - einer Pieta, die wohl aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt.

Von: Barbara Markus

Stand: 15.07.2012 | Archiv

Auf wundersame Weise soll die hölzerne Skulptur im Boden unter einer weißen Lilie aufgefunden worden sein.

Einst Pilgerkapelle

Ob auf gefährlicher Wanderschaft, bei Kriegsgefahr oder in Pestzeiten – von weitum wandten sich die Menschen an das Gnadenbild, selbst aus entlegensten Spessartdörfern brachten Pilger Spenden herbei für eine erste Kapelle, die dann Mitte des 17. Jahrhunderts vergrößert wurde. 1757 schließlich hat man das heutige Gotteshaus eingeweiht, das Gläubige und kunsthistorisch Interessierte gleichermaßen anzieht.

Beeindruckendes Deckenfresko

Drei Joche gliedern das nach Süden ausgerichtete Schiff. Dreigliedrig ist auch der gleich einem Triumphbogen gestaltete Hauptaltar mit der Pieta im Zentrum. Scheinbar bruchlos geht die Formensprache des Barock in seiner heiteren Farbgebung auch auf die Decke über. Was nicht selbstverständlich ist, denn deren durch Kriegsfolgen zerstörte Fresken des Würzburger Barockmalers Johannes Zick hat der ebenfalls aus Würzburg stammende Künstler Wolfgang Lenz 1986 im Stil des phantastischen Realismus neu geschaffen.
Von der Auffindungslegende des Gnadenbildes unter der weißen Lilie bis zu den Zerstörungen des 2. Weltkriegs erzählen seine Darstellungen die Geschichte der Sandkirche in einer Bildhaftigkeit, die mit der übrigen, weitgehend erhaltenen Originalausstattung der Kirche verschmilzt ohne nur Kopie zu sein.

Unter der markanten Barockhaube des Turms läuten drei Glocken.


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