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Zwölfuhrläuten Buchloe in Schwaben

Kein Buch steht hinter der Stadt Buchloe, dem "Tor zum Allgäu", sondern die lichten Buchenwälder, die einmal den sanften Höhenzug über dem Gennachtal geprägt haben.

Von: Regina Fanderl

Stand: 13.04.2020 | Archiv

Seit der frühen Erhebung zur Stadt durch Rudolf von Habsburg um 1280 hat sich viel getan. Fortschritte, Rückschläge auch hier … doch nicht zuletzt durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg und die Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt hat sich Buchloe zu einer lebendigen und lebenswerten Kommune entwickelt.

Beeindruckende Kanzel

Und mittendrin steht, wie ein Bollwerk, die Backsteinkirche Mariä Himmelfahrt mit ihren leuchtend - ziegelroten Dächern von Sattelturm und Langhaus. Auf romanischen Grundfesten entstand Mitte des 18. Jahrhunderts die heutige Halle mit ihrer barocken Ausgestaltung durch den Tiroler Baumeister Franz Xaver Kleinhans. Der Stuck zeigt Einflüsse der Stuckateurfamilie Josef Schnitzer aus Wessobrunn. Auch die Schöpfer der Deckengemälde und Fresken sowie der Bilder in Mariä Himmelfahrt waren große Künstler ihrer Zeit.

Zu ihren schönsten Stücken gehört die Kanzel. Mit den posaunenden Engeln auf dem Schalldeckel, einer Vorhangdraperie als Rückwand und den Figuren der Kirchenlehrer und des Erlösers am Korb zieht sie die Blicke auf sich.

Historisches Glocken-Kleinod

Nach der umfassenden Restaurierung der Kirche kehrte im vergangenen Jahr auch im Turm neues Leben ein. Die alten Stahlglocken hatten ausgedient, und so wurden bei Bachert in Neunkirchen im Badischen vier neue Glocken aus Bronze bestellt und am Patroziniumstag geweiht. Eine fünfte, die Marienglocke, hat als einzige seit 1623 überlebt und gehört nun, grundlegend repariert, als historisches Kleinod der Gemeinschaft ihrer vier neuen Schwestern an. Sie gibt sogar den Referenzton an, wenn das ganze Geläut mit dem Anfang des "Salve Regina" ein unüberhörbares Signal des Glaubens hinausschickt.


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