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Zwölfuhrläuten Loppenhausen in Schwaben

Das 700-Einwohnerdorf Loppenhausen im mittelschwäbischen Hügelland gehört zur Gemeinde Breitenbrunn. Giebel an Giebel reihen sich die Häuser an der Straße, die von Mindelheim durch das Kammeltal nach Krumbach führt.

Von: Marianne Bitsch

Stand: 24.02.2008 | Archiv

Glocke aus dem 15. Jahrhundert

Mitten im langgestreckten Straßendorf bilden Kirche, Wirtshaus und Pfarrhof mit Pfarrstadel ein historisches Ensemble. Der Pfarrhof dient heute als Kindergarten, am Wirtshaus glänzt ein malerisches Aushängeschild und im Hof steht ein stattliches Taubenhaus. Das Wahrzeichen des Ortes ist der 42 Meter hohe gotische Backstein-Kirchturm mit dem spitzen Giebel und den schmucken Bogenfriesen. Aus der Glockenstube tönt im vierstimmigen Geläut eine der ältesten Glocken Schwabens, die 1482 gegossene Evangelistenglocke.

Gotischer Ursprung

Auch am Chor verraten Strebepfeiler und Gewölbe den gotischen Ursprung der stattlichen Kirche. Im Innern wird der alte Stil von der barocken Fassung überlagert: reicher Stuck mit Akanthusranken, Blumen- und Fruchtornamenten umrahmt zahlreiche Medaillons: der Chor wirkt wie ein aufgeschlagenes Bilderbuch. Ein Medaillon erzählt, warum der heilige Blasius gegen Halsweh angerufen wird: er entfernte doch eine Fischgräte aus dem Hals eines Kindes.

Kirchenpatron St. Johannes Baptista

Auch eine wertvolle um 1480 entstandene Schnitzarbeit stellt den zweiten Kirchenpatron dar, der daran erinnert, dass das Kirchengut einst zum Kloster St. Blasien gehörte. Weitere Bilder berichten vom Leben der heiligen Familie und vom Wirken des Kirchenpatrons St. Johannes Baptista.

Reicher Bilderschmuck

Auch im Volksaltar, der einen modernen Akzent zu den mächtigen, neubarocken Altären setzt, weist das Lamm auf Johannes den Täufer und mit dem Buch mit sieben Siegeln auf die Apokalypse. Der reiche Bilderschmuck setzt sich im Langhaus fort: das Deckenfresko zeigt die Kreuzigung und der umfangreiche barocke Bilderzyklus an den Emporen erzählt von den Rosenkranzgeheimnissen.


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