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Zwölfuhrläuten Gennach in Schwaben

Das Dorf an der Gennach, einem Nebenfluss der Wertach, feierten 2011 ein Festjahr: 400 Jahre katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Beim umfangreichen Festprogramm bewährte sich der gute Zusammenhalt im 600-Seelen-Dorf. Die Einwohner freuten sich über zahlreiche Messen und Kirchenkonzerte mit Chor und Bläsern, denn die Akustik im überraschend hohen Kirchenraum ist überwältigend.

Stand: 09.10.2011 | Archiv

Im Sommer 1611 wurde das Gotteshaus dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Das Patrozinium deutet darauf hin, dass hier schon früher eine Taufkirche für die umliegenden Orte stand. Vor dem 30-jährigen Krieg gab es nur eine Filialkirche, aber das neue stattliche Gotteshaus war als Pfarrkirche geplant - wenngleich sich der Wunsch nach einer eigenen Pfarrei erst 100 Jahre später erfüllte.

Spätrenaissance-Dorfkirche

Kirchenbesucher sind überrascht von der klaren, strengen Architektur, die mit Tonnengewölbe und Halbkuppel im Chor an italienische Gotteshäuser erinnert. In Südbayern ist so eine Dorfkirche im Stil der Spätrenaissance selten - die Anregung kam aus dem nahen Augsburg. Im Weiß der Wände und Decken fällt das Auge Gottes auf, es ist mitten in der Langhausdecke dargestellt. Die neubarocken Altäre und die Kanzel bringen Glanz und Farbe in den Raum. Ausdrucksstark sind die Eltern des Kirchenpatrons dargestellt, Zacharias und Elisabeth und die thronende Muttergottes mit Kind.

Neue Glocken nach Blitzschlag

Der Turm sorgte 1808 für Aufregung: nach einem Blitzschlag brannten alle sieben Stockwerke aus, die Glocken stürzten ab und verschmolzen. Aus Augsburg erhielt Gennach zwei wertvolle alte Glocken: Die Ave-Glocke und die Erlöserglocke wurden 1584 gegossen. Die Johannesglocke und die große Kriegergedächtnisglocke von 1959 ergänzen das Geläut. Zum Kirchenjubiläum wurde 2011 der Vorplatz neu gestaltet - ein Treffpunkt für Kirchenbesucher oder Hochzeitsgesellschaften.

Quelle: Marianne Bitsch


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