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Zwölfuhrläuten Dirlewang in Schwaben

Der mittelschwäbische Markt Dirlewang gehört zur Donau-Iller Region, in der laut einer Umfrage die - nach den niedersächsischen Oldenburgern - zweitzufriedensten Deutschen leben. Das dürfte nicht zuletzt mit der Schönheit des Unterallgäus zu tun haben. Das malerische Hügelland prägen kultivierte Viehweiden, Flusstäler und Wälder – und natürlich eindrucksvolle Klöster- und Kirchenbauten.

Von: Georg Impler

Stand: 19.02.2012 | Archiv

Dass hier schon seit Urzeiten gesiedelt wurde, etwa zur Stein-, Bronze- und Hallstadtzeit und dass auch die Kelten und Römer Dirlewang nicht haben links liegen lassen, ist somit wenig verwunderlich. So soll sich der in seiner Form "Durniwanc" auch schon fast 1.200 Jahre alte Ortsname ableiten von "dem dornichten Wang", also von den mit Dornen überwucherten römischen Ruinen, etwa Ziegelbrennöfen, welche die alemannischen Ortsgründer vorgefunden haben.

Exotische Erwerbsquellen

Heute bilden Pfarrkirche, Rathaus und die alte Schule von 1830 die Ortsmitte des vorwiegend von Landwirtschaft und Gewerbe lebenden 1.250 Einwohnerdorfes. Bis vor achtzig Jahren hat man auch noch Silberfüchse und Nerze für den Amerika-Export gezüchtet – gewiss eine der eher exotischeren Erwerbsquellen im oberen Mindeltal.

Rokokopracht

Die 1482 geweihte, ursprünglich spätgotische und um 1700 barockisierte Pfarrkirche St. Michael steht eindrucksvoll über dem Ort und verweist schon durch den erhöhten Platz auf den Ursprung als Wehrkirche. Eine Rundturmruine der einstigen Festungsmauer gibt dem schön gestalteten Friedhof einen malerischen Akzent. Das Kircheninnere prägen vor allem die qualitätvollen Rokokofresken von Johann Baptist Enderle und der stattliche Hochaltar mit dem schön geschnitzten Kirchenpatron über dem Blatt mit der Kreuzigung Jesu.

Im sechsgeschossigen, seit der jüngsten Kirchenrenovierung wieder in frischem Gelbweiß über den Markt grüßenden Satteldachturm läuten vier Glocken.


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