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Zwölfuhrläuten Kirchenbuch in der Oberpfalz

Kaum einer weiß, dass hier, in dem Oberpfälzer Dorf mit gerade mal 15 Einwohnern, die berühmte "Regensburger Fußwallfahrt" ihren Ausgang fand: In den Annalen von Deutschlands größtem Pilgerzug ist es verbrieft – es war im Jahr 1830, als sich "ein frommer Bauer mit Namen Andreas Pirzer" von Kirchenbuch auf den Weg nach Altötting machte – zusammen mit mehreren Personen der Nachbar-Pfarrei Wiefelsdorf.

Von: Annerose Zuber

Stand: 17.11.2013 | Archiv

Und weil sie am Donnerstag vor Pfingsten nach der Frühmesse in Regensburg weitergezogen sind, ist seitdem Regensburg der Start für die jährlich bis zu 10.000 Pilger. Zur Erinnerung an die Anfänge spendete Wallfahrtsbegründer Pirzer eine "Schwarze Madonna" aus Altötting für seine Heimatkirche.

Üppige Barockausstattung

Über die Geschichte der Expositurkirche Mariä Geburt in Kirchenbuch ist wenig bekannt, die Ursprünge liegen wohl im 13. Jahrhundert. In der üppigen Barockausstattung des Kirchleins sticht die spätgotische Madonna im Hochaltar heraus und erinnert daran, dass es im Mittelalter eine Wallfahrt hierher gab. Um 1750 war Kirchenbuch noch so bedeutend, dass der berühmte bayerische  Hofbaumeister Johann Michael Fischer, der unter anderem an den Klöstern Ottobeuren, Zwiefalten und Niederalteich arbeitete, einen neuen Turm für das Gotteshaus entwarf.

Glocken läuten auch am 20. November

Die drei Glocken im Turm sind der Namenspatronin Maria sowie den Heiligen Josef und Leonhard geweiht und läuten nicht nur regelmäßig zum Sonntagsgottesdienst, sondern auch am 20. November – wenn sich der Todestag von Kirchenbuchs berühmtesten Sohn, dem Wallfahrer Andreas Pirzer, zum 150. Mal jährt.


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