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Zwölfuhrläuten Hainsberg in der Oberpfalz

Auf einer ruhigen Jurahochfläche nördlich von Dietfurt an der Altmühl liegt der kleine Ort. Bereits vor über 950 Jahren wurde durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. hier eine Kirche geweiht. Aus dieser Zeit ist auch der Ortsname "Hagenesberc" überliefert.

Von: Armin Reinsch

Stand: 04.10.2020 | Archiv

Vom ersten Hainsberger Gotteshaus gibt es heute keine Spuren mehr. Um das Jahr 1422 erfolgte ein größerer Umbau, von dem sich noch das Untergeschoss des wuchtigen Chorturms erhalten hat.

Deckengemälde mit alter Ortsansicht

Das Langhaus und der obere Teil des Turms entstanden jedoch ab dem Jahr 1736 neu. Domenico Barbieri, der spätere Eichstätter Hofbaumeister, leitete die Bauarbeiten. Zeitgleich betreute Barbieri unten im Tal übrigens damals auch die Umgestaltung der Dietfurter Stadtpfarrkirche. Das Bildprogramm im Inneren des Hainsberger Gotteshauses ist ganz auf den Kirchenpatron Leodegar abgestimmt, der im 7. Jahrhundert als Bischof in Frankreich wirkte. Neben Szenen aus dem irdischen Leben des Heiligen sowie dessen Empfang im Himmel, zeigt das große Deckengemälde im Langhaus auch eine alte Ortsansicht Hainsbergs.

Besondere Glocken-Inschrift

Am heutigen Sonntag ruft das vierstimmige Geläut die Dorfbewohner zum Patroziniumsgottesdienst in ihr schmuckes Gotteshaus. Drei Glocken wurden 1968 von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg gegossen, die vierte stammt noch aus spätgotischer Zeit.
Dem unbekannten Gießer dieser Glocke passierte wohl ein kleines Missgeschick: Er setzte die Buchstaben von einer der beiden Textzeilen versehentlich in umgekehrter Reihenfolge auf die Glocke! Die in der Inschrift erwähnten vier Evangelisten und die Muttergottes werden aber sicher gnädig darüber hinwegsehen und den Hainsbergern in persönlicher Not auch weiterhin zur Seite stehen.


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