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Zwölfuhrläuten Warzenried in der Oberpfalz

Warzenried, gelegen im Oberen Bayerischen Wald nahe der Böhmischen Grenze, ist ein Dorf mit rund 600 Einwohnern. Die herrliche Hanglage im Haselbachtal und der Blick auf den Hohen Bogen machten Warzenried in den letzten Jahrzehnten zu einem beliebten Fremdenverkehrsort.

Von: Dr. Jörg Haller

Stand: 14.06.2009 | Archiv

Sein Name geht wohl zurück auf einen Ministerialen namens Watzo, der im Auftrag der Grafen von Bogen im 12. Jahrhundert hier die Rodungssiedlung "Watzinriede" zur strategischen Grenzbefestigung angelegt hat.

Jenseits des Haselbachs

Das Dorf gehört seit 1978 zum Markt Eschlkam und als Expositur zur dortigen Pfarrei. Bis 1924 allerdings lagen die jenseits des Haselbachs wohnenden Katholiken im Sprengel der Pfarrei Neukirchen beim Heiligen Blut. Über eine Stunde waren die Warzenrieder zu ihren beiden Pfarrkirchen unterwegs, und so wollten sie schon Mitte des 18. Jahrhunderts ein eigenes Gotteshaus bauen.

Grundsteinlegung vor 150 Jahren

Dies blieb ihnen zunächst verwehrt und erst 1859 - also vor genau 150 Jahren - konnte die Herz-Jesu-Kirche entstehen. Knapp 40 Jahre später hat man das Kirchenschiff für eine ausladende Orgelempore verlängert und den Turm errichtet. Unter seinem Spitzhelm läuten vier Glocken.

Chor mit quadratischem Vorbau

Bei einer zweiten Erweiterung entstand 1957 ein neuer Chor mit einem quadratischen Vorbau. Der bekannte Glaskünstler Tobias Kammerer schuf dafür vor einigen Jahren Kunstglasfenster und großflächige Glasbilder, die anstelle der neugotischen Altäre in schöner Farbigkeit das Herz-Jesu-Motiv sowie die Gottesmutter Maria und den heiligen Johannes den Täufer zeigen.

Eine grenzüberschreitende Wallfahrt

Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs knüpften die Warzenrieder 1991 an die alte Tradition der grenzüberschreitenden Fußwallfahrt nach Tannaberg im Böhmerwald an. Sie ist ein Höhepunkt im Gemeindeleben - wie auch der beliebte Martiniritt, der seit gut 50 Jahren mit einem anschließenden Pferderennen stattfindet.


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