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Zwölfuhrläuten Parkstein in der Oberpfalz

Der Markt Parkstein im Landkreis Neustadt an der Waldnaab hat einen Vorzug, auf den schon die touristischen Hinweistafeln auf der A93 aufmerksam machen: den nach Aussage Alexanders von Humboldt "schönsten Basaltkegel Europas".

Von: Georg Impler

Stand: 20.06.2010 | Archiv

Umgeben von den Häusern der 2.300 Parksteiner Bürger ragt er mitten über der Ortschaft auf. Die fast schwarzen Basaltsäulen treten vor allem an der steilen Ostwand zutage und lassen erkennen, dass sie vulkanischen Ursprungs sein müssen.

Grandiose Aussicht

Vor 24 Millionen Jahren - so die Geologen - sei hier glutflüssiges Basaltmagma durch das kristalline Grundgebirge gebrochen, wäre binnen weniger Tage erstarrt und habe den mächtigen Kegel hinterlassen. Man kann ihn über einen Lehrpfad ersteigen.

Der schöne Wanderweg geht durch schütteres Gehölz vorbei an den trutzigen Mauerruinen der Burg Parkstein - sie gehörte einst zu den größten der Oberpfalz - hinauf zur Bergkapelle, von wo aus man eine grandiose Aussicht genießt. Die katholische Pfarrkirche Sankt Pankratius steht am Fuße des Kegels und wurde Ende des achtzehnten Jahrhunderts als Ersatz für die in einem ehemaligen Gasthof untergebrachte und im Juni 1638 geweihte Behelfskirche errichtet.

Glocken zur Primiz

Der lichte, freundliche Innenraum ist im Stil des Barock und Rokoko ausgestattet. Der Hochaltar kam 1789 aus dem Zisterzienserkloster Walderbach hierher, die anmutigen Seitenaltäre sind spätes 18. Jahrhundert. Die schöne Rokokokanzel von 1753 in originaler Fassung, die spätgotische Muttergottes mit dem Jesuskind sowie die eindrucksvollen, erst kürzlich restaurierten Kreuzwegtafeln aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vervollständigen die qualitätvolle Ausstattung.

Der zwiebelhaubenbekrönte Turm ist neu, erbaut ab 1960. Sein dreistimmiges Geläut läutete in diesem Jahr zu einem ganz besonderen Anlass: Nach vielen Jahren feierte ein Neupriester wieder eine Primiz in Parkstein.


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