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Zwölfuhrläuten Döllwang in der Oberpfalz

Über den Heiligen St. Alban der Kirche in Döllwang berichtet die Legende, dass er von den Vandalen enthauptet wurde. Danach sei er noch mit seinen Kopf unterm Arm aufrecht zu seinem Grab gegangen.

Von: Ursula Naumann

Stand: 31.08.2002 | Archiv

Das Dorf liegt etwa zwölf Kilometer südlich von Neumarkt. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Ortsname von "Telewanc" über "Telwang" zur heutigen Form "Döllwang" mit der Bedeutung "Wiese in einer Mulde". Das Dorf ist gewissermaßen einzigartig in Bayern, denn ein zweites Döllwang gibt es nicht.

In jeder Hinsicht nicht mehr selbständig

Allerdings ist es nicht mehr selbständig, und das in fast jeder Hinsicht: Seit 1978 sind die etwa 270 Bewohner Teil der Gemeinde Deining. Auch kirchlich betreut der Pfarrer von Deining seit einigen Jahren den Ort.Und auch die Döllwanger Kinder gehen im etwa drei Kilometer entfernten Deining zur Schule. Noch bis 1970 gab es eine eigene kleine Schule mit einem Lehrer am Ort. In früheren Zeiten bekamen die Döllwanger Lehrer aber nicht immer die besten Noten. Von einem im 18. Jahrhundert wird berichtet: Der Schulmeister lehrt die Kinder Lesen, die Handschrift ist aber schlecht. Der Profession nach Schneider, hat er sehr schlechtes Haushalten und einen schlechten Humor.

Enthaupteter St. Alban mit Kopf unterm Arm

Als Bischof Gundekar von Eichstätt im Jahr 1057 starb, hinterließ er eine Liste der von ihm geweihten Kirchen. Darin taucht auch die Kirche St. Alban in Döllwang auf. Die Legende des Heiligen berichtet, dass er im frühen vierten Jahrhundert bei einem Einfall der Vandalen enthauptet wurde und noch selber aufrecht zu seiner Grabstätte ging, wobei er wunderbarerweise seinen Kopf unter dem Arm trug. St. Alban ist Schutzpatron der Bauern und wird besonders in ländlichen Gegenden verehrt.Durch einen grundlegenden Erweiterungsumbau entstand 1912 die heutige Kirche. Im Jahr 2000 feierte Döllwang das 850-jährige Ortsjubiläum.


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