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Zwölfuhrläuten Walkersbrunn in Oberfranken

Kaiser Heinrich der Zweite übereignete durch eine Urkunde, die er am 13. November 1021 unterzeichnete, unter anderem den Ort Walkersbrunn an den damaligen Bischof von Bamberg. Das somit 1000-jährige Jubiläum der ersten schriftlichen Erwähnung wird in diesem heute beginnenden Jahr gefeiert.

Von: Klaus Alter

Stand: 01.01.2021 | Archiv

Geplant und organisiert waren eigentlich viele Feste. Durch die Pandemie jedoch musste vieles umgestellt werden. Dorfgemeinschaft und Christengemeinde werden dennoch das Jubiläum gebührend begehen.

Drei Turmglocken rufen zum Gebet

Das schmucke Gotteshaus mit seinem Fachwerkturm und der fast zwiebelförmigen Haube obendrauf steht nicht im Dorf, sondern weit über dem Ort, hoch oben am Berg. Da muss man sich schon rechtzeitig auf den Weg machen, wenn an Sonn- oder Feiertagen die drei Turmglocken zum Gottesdienst rufen! Die Walkersbrunner haben ein recht inniges Verhältnis zu ihrer Kirche. Und sie ist auch wahrlich etwas Besonderes, nicht allein wegen der exponierten Lage: Schon ihr Name lässt aufhorchen: "Kirche Zu den Heiligen Gräbern" – da liegt die Vermutung nahe, dass dort, wo man sie hinbaute, bereits in grauer Vorzeit eine Begräbnisstätte existierte.

"Reitersitze" auf der Empore

Im Innenraum ist man zunächst überrascht von der Orgel, die ungewohnt vorne im Chorraum über dem Altar platziert ist. Der uralte Taufstein weist darauf hin, dass die Walkersbrunner Kirche schon sehr früh Pfarrkirche war. Rechts und links vom Altar reiht sich ein Chorgestühl und oben auf der Empore sogenannte "Reitersitze" – ohne Rückenlehne! Dass hier die Männer von jeher ihren Platz haben, ist an den gewellten Hutleisten zu erkennen, die von der Kirchendecke herabhängen.

Wer die Kirche "Zu den Heiligen Gräbern" einmal besuchen und erkunden möchte, darf getrost ein wenig Zeit mitbringen. Es lohnt sich allemal!


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