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Zwölfuhrläuten Streitau in Oberfranken

Der Name Streitau deutet laut Pfarrchronik auf Streitigkeiten um eine Au oder um Fischrechte hin - allerdings ist unklar, wann sich dieser Name eingebürgert hat.

Von: Annerose Zuber

Stand: 13.10.2013 | Archiv

Feststeht jedoch, dass bereits 1363 hier erstmals ein Rittersitz des alten fränkischen Adelsgeschlechts von Wallenrode erwähnt wurde. Sie bauten für die Bamberger Bischöfe im Norden ihres Bistums Schlösser und Burgen.

Eindrucksvolle Grabplatte Ritter Wilhelm Heinrichs

Streitau hatte gleich zwei solcher Kemenaten, sprich beheizbare Wohnstuben. Und wer die evangelische Georgkirche betritt, sieht einem Wallenroder direkt in die Augen, nämlich Ritter Wilhelm Heinrich. Er hat zu Lebzeiten im frühen 18. Jahrhundert eine eindrucksvolle Grabplatte mit farbigem Selbstbildnis fertigen lassen. Geschaffen wurde sie ebenso wie die ausdrucksstarke Darstellung von der Kreuzabnahme Jesu im Altarbild vom berühmten Barock-Bildhauer Elias Räntz, der im Dienste des Bayreuther Markgrafen stand.

Starke Dorfgemeinschaft

Heute prägen nicht mehr Adelige das Ortsleben, sondern die rund 500 Streitauer Bürgerinnen und Bürger selbst. Dem auch hier zwischen Frankenwald und  Fichtelgebirge spürbaren demographischen Wandel setzen sie, statt zu klagen und zu resignieren, ein ideenreiches, aktives Gemeindeleben entgegen.
Weil zum Beispiel die Schausteller fürs Kirchweihfest vor Jahren wegen fehlender Rendite absagten, hat die Dorfgemeinschaft selbst mit Spielständen das traditionsreiche Fest am zweiten Sonntag im Oktober wiederbelebt. Die Kirchweih heute ist der Auftakt für zahlreiche Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, mit denen das 650-jährige Bestehen des Dorfs im früheren Grenzland zwischen dem evangelischen Markgrafentum Bayreuth und dem katholischen Bistum Bamberg bis in Frühjahr gefeiert wird.


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