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Zwölfuhrläuten Steinberg in Oberfranken

Geprägt wird das oberfränkische 1.200-Einwohner-Dorf durch den imposanten Steinberg, auf dem gleich zwei katholische Kirchen stehen, die beide dem Heiligen Pankratius – einem der fünf Eisheiligen – geweiht sind.

Von: Annerose Zuber

Stand: 18.05.2014 | Archiv

Das erste Gotteshaus entstand aus einer alten Burgkapelle. Diese Burg war im Hochmittelalter zusammen mit der "Festung Rosenberg" im nahegelegenen Kronach der nördlichste Außenposten der Fürsten von Andechs-Meranien, einem der damals einflussreichsten Adelsgeschlechter Europas.

Schlicht mit künstlerischen Akzenten

Von der Burg blieb nur die alte, denkmalgeschützte Kirche stehen. Aufgrund der florierenden Flößerei war das Holzhändlerdorf Ende des 19. Jahrhunderts so stark gewachsen, dass man gleich daneben ein größeres Gotteshaus errichtet hat, das im August 1913 geweiht wurde. Gebaut ist es aus den wuchtigen Quadern der Frankenwald-Steinbrüche. Bei der letzten Renovierung Mitte der 90er Jahre wurde das mächtige Deckengebälk  freigelegt und nach alten Vorlagen bemalt. Auch die beiden Flügel-Seitenaltäre bekamen wieder ihren ursprünglichen Platz in dem ansonsten schlichten Gotteshaus.

"Alles Besiegender" - Patron

Seit dem 100. Weihejubiläum, also seit vergangenem Jahr, grüßt der Kirchenpatron auch als Sandsteinfigur von der Treppe des Kirchbergs. Der Panther zu seinen Füßen erinnert daran, dass der "alles Besiegende"- wie sein Name in Übersetzung lautet, als 14-jähriger durch ein Raubtier den Märtyrertod erlitten haben soll.
Auch eine der vier Glocken ist dem Heiligen Pankratius geweiht. Nachdem die Vorgängerglocken in den Kriegen eingeschmolzen und die Steinberger mit dem Klang der Nachkriegsglocken nicht zufrieden waren, wurden 1964 drei neue Glocken in Passau gegossen. Zusammen mit der denkmalgeschützten Josefsglocke, die noch aus der alten Kirche stammt, erklingt nun ein harmonisches vierstimmiges Geläut vom Steinberg herab.


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