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Zwölfuhrläuten Stadtsteinach in Oberfranken

Reizvoll umgeben von der Kulisse des Frankenwalds liegt Stadtsteinach, ein staatlich anerkannter Erholungsort. 1151 trat der Ort in die Geschichte ein, als der Bamberger Bischof ihn zusammen mit der Burg Nordeck erwarb.

Author: Klaus Alter

Published at: 16-6-2024 8:26 vorm. | Archiv

Zwölfuhrläuten: Stadtsteinach in Oberfranken

Bei der Entstehung des Ortsnamens spielen sicher sowohl der Bach, an dem die Siedlung liegt, als auch die mächtigen Steinfelsen in der nahe gelegenen Klamm eine Rolle. Anfang des 14. Jahrhunderts erfolgte die Erhebung zur Stadt, wohl weil der Ort mit einem beträchtlichen Grundbesitz ausgestattet und der Wald eine kräftige Finanzquelle war. Fast 700 Jahre gehörte Stadtsteinach zum Hochstift des Bamberger Fürstbischofs.

Mehrmals neu gebaut

Bei der geschichtlichen Betrachtung des kirchlichen Lebens wird vermutet, dass schon zu Zeiten Karls des Großen hier ein Gotteshaus stand – vielleicht sogar der Sitz einer Ur-Pfarrei. Die Stadtsteinacher mussten im Laufe der Jahrhunderte ihre Kirche immer wieder neu bauen, weil die jeweilige Vorgängerin zerstört wurde oder baufällig geworden war, oder – wie zuletzt im Jahr 1903 - durch einen Unglücksfall völlig abbrannte.

Atemberaubende Stuckdecke

Seit 1905 steht im Frankenwald-Städtchen eine wunderschöne Rokoko-Kirche. Hell und weit ist ihr Innenraum, atemberaubend überspannt von einer bildgeschmückten Stuckdecke, ausgestattet mit sehenswerten Altären und Heiligenstatuen, einem Kreuzweg, den man im letzten Moment aus der brennenden Vorgängerkirche retten konnte - und einer erhaltenswerten Orgel, die der Nürnberger Orgelbauer Strebel schuf.

Die vier Glocken wurden im zeitlichen Zusammenhang mit dem Kirchbau in der Bamberger Gießerei Lotter aus der Grube gehoben. Drei von ihnen mussten zunächst im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben werden, kamen aber 1947 unbeschädigt zurück. Wenn sie zusammenläuten, lassen sie das "Salve-Regina"-Motiv erklingen.


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