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Zwölfuhrläuten Schmölz in Oberfranken

Sie wird gerne die "Toskana des Frankenwaldes" genannt – die Gegend im Süden des Landkreises Kronach. Mit ihren sanften Hügeln im Tal der mittleren Rodach, dem vergleichsweise milden Klima, aber auch mit ihren historischen Gebäuden kann sie dem Vergleich durchaus standhalten.

Von: Regina Fanderl

Stand: 20.11.2016 | Archiv

In der Marktgemeinde Küps, zu der das alte Dorf Schmölz gehört, zeugen nicht weniger als sieben Schlösser und eine Burg von gewachsener Geschichte. Die erstaunliche Anhäufung ist zum einen der günstigen Lage am Fluss zu verdanken, zum anderen dem bedeutenden fränkischen Adelsgeschlecht derer von Redwitz. Das Schmölzer Schloss, das die aktuelle Besitzerin als Café, Restaurant, Hotel und Hochzeits-Location betreibt, könnte mit seinen weinlaubbewachsenen Mauern und Türmen durchaus auch Dornröschen gefallen haben.

Schmölzer Klangfülle

So großzügig es der heimische Adel mit den Schlössern gehalten hat, so tun es die Schmölzer mit ihren Glocken heute! Seit Juni 2015 läuten gleich fünf davon im spitzen Turm der über 300 Jahre alten St. Laurentiuskirche mit ihren schön-bemalten Emporen.
Den Ausschlag für die Schmölzer Klangfülle gab der landeskirchliche Glockensachverständige. Sigurd Knopp entdeckte bei seiner Visitation der drei alten Glocken nicht nur einen bedenklichen Riss – auch der hölzerne Glockenstuhl war deutlich in die Jahre gekommen und darüberhinaus wies der Experte darauf hin, dass ein erweitertes Schmölzer Geläut, noch viel bezaubernder klingen würde…

Schnell waren edle Spender gefunden und so freut man sich heute im oberfränkischen Schmölz über eine reparierte Glocke, zwei neue und zwei alte Glocken, einen neuen Glockenstuhl aus Eiche und neue, weiche Klöppel. Mit samtigem Klang rufen sich zum Gottesdienst, schaffen Identität und werben für den Frieden.


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