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Zwölfuhrläuten Reundorf in Oberfranken

Es gibt nicht viele Kirchen in Bayern, für die als Patron der heilige Otto fungiert. Die meisten davon liegen in Franken. Kein Wunder, liegt doch der Namensgeber in Bamberg begraben.

Von: Regina Fanderl

Stand: 26.02.2017 | Archiv

Auch Reundorf, mit etwa 1.200 Einwohnern ein Ortsteil der Gemeinde Frensdorf, liegt nur wenige Kilometer von der Bischofsstadt entfernt an den östlichen Ausläufern des Steigerwaldes.

Frommer Braumeister finanzierte Pfarrei

Die Kirche, im frühklassizistischen Stil erbaut, mit der frechen Spitze auf dem Turm, der fein gegliederten Fassade und dem schönen, barocken Inventar ist eine Saalkirche aus dem frühen 17. Jahrhundert. Zur Weihe, im Jahr 1616, schenkte zwar der Abt des Klosters Michelsberg eine Reliquie vom Arm des Heiligen Otto, doch der Weg zu einer eigenen Pfarrei war noch weit.
Erst 1764 stiftete der wohlhabende Bamberger Bürger Johann Michael Dotterweich, seines Zeichens Besitzer der Brauerei "Polarbär", soviel Geld, dass sich Reundorf einen eigenen Pfarrer und damit eine eigene, katholische Gemeinschaft leisten konnte. Auch eine Pfarrerwohnung finanzierten der fromme Braumeister und seine Familie, sowie weitere Kirchenerweiterungs- und Verschönerungsmaßnahmen.
Im Dorf ging die Mär um, Dotterweich habe in seinem Malzkeller einen versteckten Schatz gefunden und könne deshalb so reichlich spenden. Am Bierertrag allein kann‘s nicht gelegen haben: im Bamberg gab es zu dieser Zeit schon zahlreiche Konkurrenten.

Den Reundorfern soll es nur recht gewesen sein: noch heute gehört die katholische Pfarrkirche St. Otto zu den schönsten Gotteshäusern im Bamberger Land. Neuerdings mit einem hochmodernen, quaderförmigen Volksaltar.


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