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Zwölfuhrläuten Redwitz an der Rodach in Oberfranken

Zuerst zum Wappen von Redwitz an der Rodach: Unter den Insignien der früheren Herrscherfamilien sind zwei Schraubenschlüssel abgebildet. Sie symbolisieren die Bedeutung der Industrie für den 3.500-Einwohner-Ort im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels.

Von: Annerose Zuber

Stand: 15.06.2014 | Archiv

Denn nach dem Krieg baute Siemens in Redwitz ein Isolatorenwerk. Nach einigen Eigentümerwechseln wurde daraus ein Gewerbepark mit verschiedenen Unternehmen, in denen insgesamt rund 1.000 Menschen beschäftigt sind. Und so prägt die Industrie bis heute die politische und auch die kirchliche Gemeinde.

Neue Kirche statt altem Betsaal

Waren die Katholiken jahrhundertelang nur eine kleine Minderheit, bildeten zugezogene Arbeiter zusammen mit den Heimatvertriebenen bald ein Drittel der Bevölkerung und der Betsaal im Redwitzer Schloss, dessen Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen, wurde zu klein. Nach längeren Planungen konnte vor genau 50 Jahren – am 28. Juni 1964 – die Kuratiekirche St. Michael geweiht werden.

Schlichtes Gotteshaus

Die Architektur des Gotteshauses, das zur Mutterpfarrei Marktgraitz gehört, ist inspiriert vom gegenüberliegenden Fabrikgebäude und wurde bewusst  schlichtgehalten. Erst im Lauf der Jahre kamen das große Mosaik des Kirchenpatrons Michael an der Altarwand, kamen Kreuzweg, Taufbrunnen, eine Marienfigur und die Orgel dazu und jetzt, zum 50-jährigen Bestehen, das moderne Kreuz über dem Tabernakel.  

Prächtiges Geläut aus Passau

Bei der Weihe war der Kirchturm noch im Rohbau und so mussten die Redwitzer Katholiken ohne Glocken auskommen. 1965 leisteten sie sich dann ein ungewöhnlich großes Geläut mit fünf Glocken aus der Gießerei Perner in Passau, wovon die größte über anderthalb Tonnen wiegt. Dank des 27 Meter hohen Turms erklingen sie kilometerweit hinaus ins Obermaintal. 


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