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Zwölfuhrläuten Drosendorf in Oberfranken

Drosendorf hat, was ein Dorf ausmacht: einen Kirchplatz mit Schule, Dorfbrunnen, Pfarrhaus und – in diesem Fall - eine recht eigenwillige Kirche.

Von: Regina Fanderl

Stand: 02.07.2017 | Archiv

Auf dem Satteldach des massiven Langhauses thront ein eher zierlicher Dachreiter mit einem spitzen Helm. Der Chor ist spätgotisch und hat, man staune, einen Fachwerkaufbau. Freigelegt bei der Renovierung 1981. Ein wahrhaft seltener Anblick!

Gekrönte Maria aus dem 15. Jahrhundert

Drinnen erwartet uns eine helle, freundliche Landkirche. Der mit Säulen begrenzte Hochaltar wurde um 1722 von dem berühmten Oberpfälzer Johann Michael Doser gebaut. Im Zentrum steht das alte Gnadenbild: eine gekrönte Marienfigur mit Jesuskind aus dem 15. Jahrhundert. Sie war vor 300 und mehr Jahren das Ziel vieler Wallfahrer aus der Umgebung, die bei Dürre oder anderen Katastrophen die Drosendorfer Maria um Hilfe baten. Alten Beschreibungen zufolge war sie einmal umgeben von der ganzen heiligen Verwandtschaft. Von Josef, Anna und Joachim, Johannes, Elisabeth und Zacharias. Die Figuren sind leider der Renovierung von 1807 zum Opfer gefallen. Heute stehen dort Heinrich und Kunigunde, die Bistumspatrone und die Bauernpatrone Wendelin und Notburga. Darüber tummelt sich eine muntere Engelsschar, beaufsichtigt von der heiligsten  Dreifaltigkeit.

Drei Friedensglocken

Nicht nur Bamberg, auch Drosendorf hat ein Papstgrab: Pfarrer Johann Moritz Papst, ein Lichtenfelser wurde 1780 in der Kirche begraben.
1417 schon wurde Drosendorf auf Bestreben des ehemaligen Zisterzienserinnen Klosters Sankt Theodor in Bamberg zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Das ist nun stolze 600 Jahre her.
Und seit nunmehr 65 Jahren läuten im kleinen Turm von Mariä Heimsuchung drei Glocken für den Frieden. 


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