BR Heimat


43

Zwölfuhrläuten Bad Staffelstein in Oberfranken

Der so genannte "Gottesgarten" zwischen Bad Staffelstein und Lichtenfels im Obermaintal wird von zwei weithin sichtbaren Gotteshäusern geprägt: der ehemaligen Klosterkirche Banz und der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, die jährlich von etwa einer halben Million Touristen und Pilgergruppen besucht wird.

Author: Armin Reinsch

Published at: 18-5-2023 | Archiv

Zwölfuhrläuten: Bad Staffelstein in Oberfranken

Nach der Legende erschien 1445/46 einem Schäfer aus dem Kloster Langheim auf einem Acker dreimal ein weinendes Kind. Bei der letzten Erscheinung war es von vierzehn weiteren Kindern umgeben und forderte den Schäfer auf, hier eine Kapelle zu Ehren der Vierzehn Nothelfer zu errichten. Als auch noch ein Heilungswunder geschah, wurde schließlich die Kapelle gebaut, die rasch zahlreiche Wallfahrer anzog.

Überwältigender Innenschmuck

Die Grundsteinlegung zur heutigen imposanten Kirche erfolgte am 23. April 1743. Balthasar Neumann, der große süddeutsche Barockbaumeister, lieferte die Pläne, musste diese aber mehrfach umarbeiten. Er selbst konnte die Fertigstellung der Basilika nicht mehr erleben. Sein Schüler Johann Thomas Nißler vollendete schließlich 1772 das Werk.
Es ist unmöglich, die prachtvolle Rokokoausstattung an dieser Stelle angemessen zu beschreiben. Man muss sie selbst gesehen haben! Im Zentrum des Gotteshauses steht der elegante Gnadenaltar mit weiß-goldenen Figuren der Vierzehn Nothelfer. Decken und Wände ziert Wessobrunner Stuck. Alles ist perfekt eingebettet in das harmonische Raumkonzept mit seiner durchdachten Lichtführung.

Fassadentürme mit elf Glocken

In den beiden 75 Meter hohen Fassadentürmen hängen zwar keine 14, aber seit 2019 nicht weniger als elf Glocken. Im Zuge der Sanierung des vorhandenen Geläuts kamen sechs neue Instrumente der Gießerei Bachert aus dem badischen Neunkirchen hinzu.
Möge der vielstimmige Glockenchor auch zukünftig die Pilgerscharen aus nah und fern begrüßen!


43