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Zwölfuhrläuten Amlingstadt in Oberfranken

Der 700-Einwohner-Gemeindeteil von Strullendorf wurde 1013 erstmals urkundlich erwähnt. Doch die Ursprünge reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück, denn das Dorf ist Standort von einer der vierzehn sogenannten Slawenkirchen.

Von: Annerose Zuber

Stand: 31.08.2014 | Archiv

Diese ließ Karl der Große jeweils ausgestattet mit großen Bauernhöfen zur Christianisierung der Region zwischen Main und Regnitz bauen. Während es andernorts über die genauen Standorte nur Vermutungen gibt, gilt Amlingstadt neben dem benachbarten Seußling als gesicherte Slawenkirche.

Mittelalterliche Fundamentreste

Zwar ist das frühmittelalterliche Gotteshaus nicht mehr erhalten, doch konnten Fundamentreste gefunden werden. Um- und Ausbauten im Lauf der Jahrhunderte veränderten die Kirche wiederholt. Schließlich wurde 1970 der einschiffige Bau vom Bamberger Architekt Adam Jakob durch ein großes Querhaus erweitert - und zwar so harmonisch, dass es der Betrachter erst auf den zweiten Blick erkennt. Die barocke Innenausstattung blieb erhalten, allem voran die prächtige Kanzel und der Hochaltar mit einem Bildnis des Kirchenpatrons St. Ägidius, einem der 14 Nothelfer.

Prächtiges Geläut

Unberührt von der Erweiterung blieb der markante Glockenturm mit seinen vier spitzen Ecktürmchen und zeigt weithin sichtbar als "Finger Gottes" über die malerische Landschaft. Drei der vier Glocken mussten die Amlingstadter im Zweiten Weltkrieg abgeben. 1951 wurden die neue Marien- und die Ägidiusglocke aus der Regensburger Gießerei Hamm-Hofweber aufgehängt und erst seit 1978 mit der Anschaffung der großen Dreifaltigkeits-Glocke von Perner aus Passau ist das prächtige Geläut wieder komplett.

Es erklingt auch morgen am 1. September. Der Namenstag des Kirchenpatrons Ägidius wird in Amlingstadt traditionell mit einer Prozession rund um den beschaulichen, Linden beschatteten Kirchplatzbrunnen gefeiert.


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