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Zwölfuhrläuten Schwürbitz in Oberfranken Herz-Jesu-Kirche

Dort, wo der Main auf seinem 524 Kilometer langen Weg den nördlichsten Punkt erreicht, grüßt die Herz-Jesu-Kirche von Schwürbitz weit über das Tal. Auch nachts ist sie nicht zu übersehen. Denn neben der nahegelegenen Basilika Vierzehnheiligen ist sie die einzige Kirche im Landkreis Lichtenfels, die immer wieder angestrahlt wird.

Von: Annerose Zuber

Stand: 13.06.2010 | Archiv

Das imposante Gotteshaus im neugotischen Stil - im Volksmund "Dom am Obermain" genannt - wurde 1899 geweiht. Zuvor mussten die Schwürbitzer Jahrhunderte lang zum Gottesdienst in den Nachbarort Marktgraitz.

Bürgerkirche

Dass erst Ende des 19. Jahrhunderts eine eigene Kirche gebaut wurde, ist ungewöhnlich. Denn Schwürbitz, das heute zu Michelau gehört, wurde schon im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Damals überließ der Bamberger Bischof dem nahegelegenen Kloster Langheim ein Stück Land am Main für eine Mühle.

Am Zusammenfluss von Rodach und Main liegend, spielte die Flößerei in Schwürbitz eine wichtige Rolle. Vor allem als für die Barockbauten in Bamberg und Würzburg viel Holz aus dem Frankenwald benötigt wurde. Stattliche Fachwerkhäuser künden noch heute vom Stolz des Ortes. Beim Bau der Herz-Jesu-Kirche aus dem Sandstein des Hausbergs Göritze halfen viele Schwürbitzer Bürger tatkräftig mit.

Spendabler Auswanderer

Das weite, helle Gotteshaus mit den hohen Fenstern besticht dank seiner Holzkassetten-Decke mit einer guten Akustik. Auffallend ist der Deckenleuchter aus Eisen mit mehreren Metern Durchmesser, der sich harmonisch einfügt in die neugotische Ausstattung mit dem reich verzierten Hauptaltar, in dessen Zentrum Jesus Christus steht.

Die Spendenaufrufe für den Kirchenbau drangen bis in die USA - dank der Wohltätigkeit eines gebürtigen Schwürbitzers, der Geld über den Großen Teich schickte, konnten von Anfang an vier Bronzeglocken im Turm über dem Eingangsportal läuten.


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