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Zwölfuhrläuten Gärtenroth in Oberfranken

Das kleine Dorf Gärtenroth liegt zwischen Kulmbach und Lichtenfels auf einem Hochplateau am nördlichen Rand des Maintals. Mit seinen 240 Einwohnern ist Gärtenroth ein Gemeindeteil von Burgkunstadt.

Von: Dr. Jörg Haller

Stand: 03.08.2008 | Archiv

Der Ortsname verweist auf den Gründer namens Gerend oder Gerhard: "Gerentenrode" wurde die Siedlung bei ihrer ersten Erwähnung im Jahr 1108 genannt, als Bischof Otto von Bamberg hier eine Kirche weihte. Erbauer war der Priester Walrabanus, ein Sohn aus dem Geschlecht der Herren von Gärtenroth. Dieser Stifter trat später in das Bamberger Kloster Michelsberg ein, das so die Patronatsrechte erhielt.

Prächtiges Renaissancegrabmal

Im Jahr 1328 wurden die Herren von Redwitz mit der Herrschaft belehnt. Sie residierten im nahen Schloss Wildenroth und setzen nach der Reformation 1529 den ersten evangelischen Pfarrer in Gärtenroth ein. An das Adelsgeschlecht erinnern das Wappen über dem Kirchenportal und ein prächtig gestaltetes Grabmal von 1576. Dieses misst über vier Meter und zeigt Mertheim von Redwitz lebensgroß in einem von drei Hochreliefs. Das Epitaph fand neben zwei weiteren Renaissance-Grabsteinen seinen Platz im Inneren der Kirche.

Spätgotische Architektur mit barockem Inneren

Das im Kern spätgotische Langhaus mit der stuckbesetzten Flachdecke besitzt an drei Seiten eine zweistöckige, ausladende Empore auf gedrehten Säulen. Die Kanzel befand sich - wie einst in vielen evangelischen Kirchen - im barocken Hochaltar; sie wurde aber 1904 vor den Chorbogen gesetzt. Seit 1920 hat die Kirche ein Geläut aus drei Stahlglocken, die heuer zur Feier der 900jährigen Geschichte des Gärtenrother Gotteshauses erklingen.

Aufwändig restauriertes Pfarrhaus

Neben der Kirche mit ihrem langen spitzen Turmaufsatz steht auf der Anhöhe in der Dorfmitte auch das alte Pfarrhaus, ein Fachwerkbau von 1707. Es wurde vor wenigen Jahren aufwendig restauriert und ist wohl eines der schönsten in Franken.


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