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Zwölfuhrläuten Breitengüßbach in Oberfranken

Wenige Kilometer nördlich der Bischofsstadt Bamberg liegt Breitengüßbach, das heuer seine erste urkundliche Erwähnung vor 1.200 Jahren feiert. Seit jeher ist der rund 3.300 Einwohner zählende Ort durch seine Verkehrslage geprägt. Wichtige Fernstraßen entlang der Flusstäler von Baunach, Itz und Main führen durch den Ort und sorgten für eine stetige Entwicklung der Gemeinde.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 08.01.2012 | Archiv

Mittelpunkt des noch immer eher dörflichen Lebens bildet das Ortskern-Ensemble aus Rathaus, Alter Schmiede und der katholischen Pfarrkirche St. Leonhard.

Gotische Wurzeln

Weithin sichtbar, aus für die Region typischem Sandstein, strebt  der Kirchturm in die Höhe. Seine Fundamente reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Umso mehr fällt daneben das ungewöhnliche, teils in Glas ausgeführte, weit heruntergezogene Profil des Gotteshauses auf.

Verbindung von Alt und Neu

Gestützt auf zwölf mächtigen Säulen, die symbolisch für die zwölf Apostel stehen, deckt ein großes Zeltdach das vor 35 Jahren erweiterte Kirchenschiff. Behutsam schuf man dabei eine Verbindung aus Vergangenheit und Moderne. Anstatt das Schiff komplett zu ersetzen, wurden nur die Seitenwände abgetragen und das Dach darüber errichtet. An der Westseite ist so der alte Sandsteingiebel noch zu sehen, umrahmt von bunten Fenstern, die im Inneren von St. Leonhard für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Eigene Bands

Auch hier ist ein spannendes Nebeneinander von Alt und Neu zu erleben: In der Mitte die große Altarinsel mit einem Volksaltar aus Granit, umgeben von historischen Seitenaltären und dem Hochaltar mit dem Kirchenpatron. Gestern und Heute finden sich auch in den Gottesdiensten, die vom traditionellen Rosenkranzgebet bis zum modernen Jugend- und Familiengottesdienst mit einer der drei Gemeinde-Bands reichen. Immer jedoch werden die Breitengüßbacher vom vierstimmigen Geläut der Bronzeglocken im alten Kirchturm zum Gebet gerufen.


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