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Zwölfuhrläuten Bobengrün in Oberfranken

Bobengrün im Landkreis Hof ist ein idyllisch ins Tal des Lohbaches gebettetes oberfränkisches Dorf mit gut 500 Einwohnern. Der jetzige Gemeindeteil des Marktes Bad Steben wurde bereits vor 600 Jahren erwähnt.

Von: Georg Impler

Stand: 24.05.2010 | Archiv

Den Namen Bobingen liest man bereits am 6. Juni 1410 in einer Urkunde des Grafen Oswald von Truhendingen. Seitdem erfuhr das Dorf mehr vom Wechselspiel der europäischen Geschichte als seinen Einwohnern wohl lieb war. Denn Bobengrün gehörte immer wieder neuen Besitzern, wie den Grafen von Orlamünde oder Waldenfels und dem Markgrafen von Bayreuth.

Archaisch-modernes Gotteshaus

Ab 1791 wurde es für 16 Jahre preußisch, 1807 für zweieinhalb Jahre französisch und 1810 kam es zu Bayern. 1760 hat man die ersten Kartoffeln angebaut, 1799 den ersten Schulunterricht erteilt. Ein eigenes Gotteshaus gibt es erst seit 1962 - die evangelische St. Pauluskirche.
Sie steht umgeben von einem schön angelegten Friedhof mit ausschließlich liegenden Grabsteinen etwas erhöht am Südrand des Dorfes und erinnert mit dem massiven, Kampanile ähnlichen Turm und dem formstrengen lagernden Kubus des Langhauses an die archaischen Gotteshäuser, die der Münchner Architekt Wolfgang Fuchs im Tessin kennengelernt und hier im Naturpark Frankenwald am Fuße des Spitzberges nachempfunden hat.

Drei Glocken rufen zur Pfingsttagung

Vor allem Licht von oben wollte er in das Gotteshaus bringen, und das ist mit den längs der Dachtraufen in Mauerwerk geschnittenen Glasbändern eindrucksvoll gelungen. Die drei Glocken des Bobengrüner Geläutes erschallen heute - wie alle Jahre am Pfingstmontag - nicht nur für das kleine Frankenwalddorf, sondern auch für die mehr als zehntausend Menschen, die hier für drei Tage zur alljährlichen Bobengrüner Pfingsttagung des Christlichen Vereins junger Menschen zusammenkommen.


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