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Zwölfuhrläuten Bernstein am Wald in Oberfranken

Bernstein am Wald ist seit etwa dreißig Jahren einer von 41 Gemeindeteilen der oberfränkischen Stadt Schwarzenbach im Landkreis Hof. Der Ort liegt im Naturpark Frankenwald.

Von: Ursula Naumann

Stand: 20.02.2011 | Archiv

Seine Lage macht Bernstein am Wald besonders für geologisch interessierte Naturfreunde besuchenswert: Das "Geotop" mit dem schaurigen Namen "Diabasbruch am Galgenberg" besteht aus erstarrter Lava aus Vulkanen unter dem Meeresboden und ist im Erdaltertum, vor etwa 370 Millionen Jahren, entstanden, als die Kontinente geformt wurden. Das körnige, meist grünliche Gestein wird in großen Steinbrüchen abgebaut und findet Verwendung als Beigabe zu Beton und gemahlen als Mineraldünger, das sogenannte "Urgesteinsmehl".

Einst verfaulte Stühle und umgefallene Holzbalken

Kirchlich ist Bernstein seit Jahrhunderten eine eigene, selbständige Gemeinde. Beim Bau der ersten Kirche im 17. Jahrhundert war ein fränkischer Adeliger die treibende Kraft, Ernst Christoph von Reitzenstein auf Isssigau, Culmitz und Bernstein. Nach dreihundert Jahren hatte sie ihren Dienst getan. In einem Bericht von 1831 heißt es: Die Stühle, auf denen das weibliche Geschlecht zu sitzen pflegt, sind verfault; die beiden Emporen, auf welchen das männliche Geschlecht steht, sind mit Holzbalken unterstützt, welche schon einige Male umgefallen sind, was besonders an Festtagen zu großer Gefahr führt. Deshalb musste ein neues Gotteshaus errichtet werden, die heutige Michaeliskirche.

Protestantische Predigerkirche

Im vergangenen Jahr feierte sie ihr 150jähriges Kirchenjubiläum. Sie liegt mitten im Ort, an einem Hang über der Hauptstraße, gefügt aus Bruchsteinen der Gegend und weiß verputzt. Als protestantische Predigerkirche gestaltet, befindet sich die Kanzel direkt über dem Altar. Heute sitzt die Gemeinde unten und auf zwei umlaufenden Emporen, natürlich nicht mehr getrennt nach Geschlechtern - und alle sitzen sicher.


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