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Zwölfuhrläuten Bayreuth in Oberfranken

Vor 300 Jahren wurde die Bayreuther Ordenskirche geweiht: Am 23. April 1711, dem Namenstag des Kirchengründers und Bauherren, Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth.

Von: Annerose Zuber

Stand: 25.04.2011 | Archiv

Die prächtige Barockkirche ist das Zentrum des Bayreuther Stadtteils St. Georgen. Diesen ließ der markgräfliche Erbprinz als seine eigene kleine Residenz bauen.

Kleine Stadt mit großer Kirche

Geprägt wird das Bild dieser Mini-Stadt von einer einzigartigen, gerade mal 300 Meter langen Straße, an der rechts und links jeweils zwölf baugleiche Wohn- und Geschäftshäuser stehen. Etwas zurückversetzt vom Straßenrand erhebt sich die Ordenskirche. Sie entstand als erster repräsentativer Kirchenbau für die lutherischen Christen im Herrschaftsbereich der fränkischen Hohenzollern.

Kirche und Ordenstreffpunkt

Beim Betreten fällt sofort der kreuzförmige Grundriss auf, ähnlich wie etwa bei der Hamburger Michaeliskirche. Mit der Doppelempore und der üppigen Barockausstattung lässt er die Kirche als hellen Festsaal erscheinen. Direkt in der Mitte steht der Taufstein und darüber wölbt sich das große Deckengemälde von der Taufe Jesu. Fast 40 Deckenbilder erzählen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Vom Taufstein aus fällt der Blick auf den reich verzierten Orgel-Kanzel-Altar des berühmten Bildhauers Elias Räntz. Vergleichsweise bescheiden nimmt sich auf der gegenüberliegenden Kirchenseite die Markgrafenloge aus. Markgraf Georg Wilhelm nutzte die Kirche auch als Versammlungsort für seinen "Orden der Aufrichtigkeit", den er nach dem Vorbild des englischen Hosenbandordens gründete. Mehr als 80 Wappen der Ordensritter zieren die Emporen.

Glocke einst abgestürzt

An den Orden erinnert auch die alte Ritterglocke: Mit einem Gewicht von 22 Zentnern brach die größte der fünf Glocken allerdings in den 80er Jahren unter der Aufhängung und steht seitdem neben dem Altar. Eine neue Glocke aus der Karlsruher Glockengießerei vervollständigt das fünfstimmige Geläute.


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