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Zwölfuhrläuten Igensdorf in Oberfranken

Im südlichsten Oberfranken, am Rande der Fränkischen Alb, liegt der knapp 5.000 Einwohner zählende Markt Igensdorf. An den Talhängen von Lillach, der Schwabach und des Rüsselbachs erstrecken sich zahlreiche Obstgärten, wo Kirschbäume jetzt im Frühjahr für ein Blütenwunder sorgen.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 21.04.2013 | Archiv

Im alten Ortskern erhebt sich die evangelische Pfarrkirche St. Georg über die Dächer.

Schlichter, evangelischer Barock

Das Äußere des Gotteshauses zeigt sich ganz gegensätzlich zu den in der Region typischen spitzen, schlanken Kirchtürmen. Es beeindruckt auf der Westseite mit einem barocken, weit geschweiften Giebel mit aufsteigendem Turm und Vasen gezierten Ecklisenen. Im Inneren der Georgskirche, deren 325. Weihetag im vergangenen Jahr gefeiert wurde, überwiegt schlichter evangelischer Barock.

Außergewöhnliches Deckengemälde

Der Raum mit seiner zweigeschossigen Empore wirkt recht hell dank des breiten Chorbogens, der das Licht der vier Chorfenster hereinströmen lässt. An der Nordseite fallen die farbigen Jugendstilfenster auf mit Jesus als Weingärtner und guter Hirte. Sie stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende wie auch das außergewöhnliche Deckengemälde. Es wurde bei der letzten Innenrenovierung freigelegt und zeigt in kräftigen Blau-, Rot- und Orangetönen Kreuz, Anker und Herz  als Symbole für Glaube, Hoffnung und Liebe.
Eine weitere Besonderheit findet sich auf den Emporen. So genannte Reitersitze – massive Bretter, auf denen die Kirchenbesucher ohne Lehne rittlings sitzen. Sie sparten Platz und erschwerten das Einschlafen bei zu langen Predigten.

Zum Gebet gerufen werden die Igensdorfer von einem dreistimmigen Geläut. Die größte und älteste der Bronzeglocken stammt von 1895.


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