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Zwölfuhrläuten Bayreuth in Oberfranken

Die acht Glocken der Bayreuther Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit wurden vor genau 50 Jahren – am 7. April 1963 geweiht. Ihre Klangfülle unterstreicht die Bedeutung der Dreifaltigkeitskirche für den evangelischen Kirchenkreis Bayreuth.

Von: Annerose Zuber

Stand: 07.04.2013 | Archiv

Drei der acht Glocken stammen von 1624, die anderen fünf wurden 1961 gegossen. Eine Besonderheit ist der sogenannte "Türkenschlag": Täglich um 12 Uhr ertönen dreimal drei Schläge von der tiefsten Glocke und rufen zum Beten des Glaubensbekenntnisses auf.

Grablege fränkischer Hohenzollern

Eingeführt hat diesen Türkenschlag wohl Markgraf Christian Ernst, der bei der Befreiung Wiens von den türkischen Truppen 1683 dem Habsburger Kaiser diente. Sein Onkel Markgraf Christian hatte bereits 1603 das Gotteshaus - dessen Ursprünge ins 12. Jahrhundert zurückreichen - zur Hauptkirche des Markgrafentums Brandenburg-Bayreuth und damit auch zur Grablege für die fränkischen Hohenzollern erwählt. Nur zwei Jahre später, 1605, ging sie beim verheerenden Stadtbrand unter. Nicht lange nach dem Wiederaufbau zerstörte ein Feuer die Türme erneut. Und als Spätfolgen dieses Brands lösten sich nun - Jahrhunderte später - in der dreischiffigen spätgotischen Basilika Teile des Chorgewölbes.

Kirchen-Wiedereröffnung 2014

Eine Wiedereröffnung der reich ausgestatteten Kirche ist für 2014 geplant. Im Zuge der aufwendigen Sanierung soll unter anderem die Fürstengruft unter dem barocken Hochaltar wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und die neugotische Kanzel versetzt werden. Der dadurch vergrößerte Altarraum trägt den Anforderungen der Kirche als gefragte Aufführungsstätte für große kirchenmusikalische Aufführungen Rechnung. Auch die große Hauptorgel und die Magdalenen-Orgel im Chorraum werden saniert und zukünftig über einen neuen Generalspieltisch auch zusammen spielbar sein. Und obwohl die Bayreuther Stadtkirche noch bis 2014 geschlossen bleibt, sind bereits ab Pfingsten Turm-Führungen geplant.


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