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Zwölfuhrläuten Weilheim in Oberbayern

Im überregional bekannten Pfaffenwinkel, zwischen München und Alpenrand, liegt Weilheim in Oberbayern, heute Kreisstadt im Landkreis Weilheim-Schongau mit über 22.000 Einwohnern. Schon die Römer haben hier prunkvolle Villen errichtet.

Author: Christian Jungwirth

Published at: 3-3-2024 | Archiv

Der Ortsname "Wilhain" taucht erstmals anno 1010 in einer Urkunde auf, hier spricht der König und spätere Kaiser Heinrich II. dem nahen Kloster Polling den Besitz eines Gutshofes zu. Protestantisches Leben im katholischen Weilheim war bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr übersichtlich, kaum ein Dutzend Gläubige wurden durch einen Vikar betreut.

Einst neugotischer Bau

Der Grundstein für den Bau der "Protestantische Stadtpfarrkirche Weilheim", wie sie damals noch hieß, wurde erst 1898 gelegt, nachdem die evangelische Gemeinde stetig angewachsen war. Gut ein Jahr später wurde die Kirche mitten im heutigen Stadtzentrum eingeweiht.
Der damalige Bau im neugotischen Stil hatte allerdings wenig mit dem heutigen Kirchengebäude zu tun. Denn in den Jahren 1962/63 kam zur bestehenden Kirche ein Anbau nach Süden hin dazu, der der wachsenden Gemeinde mehr Raum geben sollte. Im Zuge dessen wurden auch Kanzel, Altar, Taufstein und Bänke ersetzt und die Kirche erhielt den Namen Apostelkirche.

Beim Betreten des Innenraums fällt sofort die asymmetrische Gestaltung auf. Die Gottesdienstbesucher blicken von manchen Bänken aus frontal auf den Altar, auf anderen von der Seite. Die steinerne Kanzel bildet mit dem Altar und dem zentral positionierten Taufstein das Herz der Kirche.

Seltene Kupfer-Zink-Legierung bei 4. Glocke

Im Glockenstuhl der Apostelkirche haben 2016 drei neue Bronze-Instrumente von Bachert aus Karlsruhe ihre in die Jahre gekommenen Vorgängerinnen ersetzt. Sie wurden nach den Aposteln Petrus, Paulus und Johannes benannt. Die vierte, auch heute erklingende Glocke von 1953, hat als seltene Kupfer-Zink-Legierung in Erding beiCzudnochowsky das Licht der Welt erblickt.


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